Aachen - Biallos Ratgeber: Geldanlage Holz: Rendite für Geduldige

Biallos Ratgeber: Geldanlage Holz: Rendite für Geduldige

Von: Max Geißler und Horst Biallo
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Eine natürliche Anlageform nicht ohne Risiko: Bei Holz ist Geduld vonnöten. Foto: Stock/Steinach

Aachen. Finanzexperten raten derzeit zum Kauf von Immobilien oder Gold, denn beides gilt als krisenresistent und inflationssicher. Allerdings werfen sie keine Zinsen ab. Anders die Anlageklasse Holz. Sie verspricht Sicherheit plus Rendite, denn Bäume wachsen unabhängig von Wirtschafts- und Finanzkrisen.

Welchen Mehrwert Holzbesitz erwirtschaften kann, zeigt der weltweit anerkannte NCREIF Timberland Index, der die Wertentwicklung von Wäldern darstellt. Von 1987 bis Ende 2009 stieg der Index um jährlich 15 Prozent. Der Dax schaffte in dieser Zeit nur ein Plus von 8,3 Prozent.

Chancen und Risiken: Hauptgrund für steigende Holzpreise ist die rasant wachsende Nachfrage, vor allem in den Schwellenländern. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO wird der Holzbedarf bis 2020 um 50 Prozent steigen. Da die Waldfläche begrenzt ist und massiver Kahlschlag die Bestände verknappt, sind Preissteigerungen programmiert. „Etwa 13 Millionen Hektar Wald werden jährlich abgeholzt”, erklärt Christoph Butz, Manager des Holz-Aktienfonds: Pictet-Timber-Fund. „Bis die Wälder wieder aufgeforstet sind, vergehen Jahre.”

Holzinvestments bergen auch Risiken: Stürme und Brände können Waldbestände im Handumdrehen vernichten. Außerdem bieten lange Investitionszeiträume keine Sicherheit, dass der Baumverkauf dereinst die prognostizierten Preise tatsächlich erzielen kann. „Noch gibt es kein Waldinvestment, das schon ausgezahlt wurde”, sagt Daniela Ludin, Professorin an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Garantien auf das eingesetzte Kapital erhalten Anleger nicht. Bei Verbraucherschützern gelten Waldinvestments deshalb als hoch spekulativ. Als Alternativinvestment bietet Holz aber einen großen Vorteil: Es ist kaum an herkömmliche Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen angelehnt und ist daher gut geeignet, Risiken zu streuen und Privatvermögen zu stabilisieren.

Direktanlage: Hierbei erwirbt der Anleger sowohl Land als auch die darauf gepflanzten Bäume. Der Anbieter kümmert sich um die Waldbewirtschaftung und den Verkauf des Holzes. Eine attraktive Rendite ist frühestens nach 20 Jahren möglich. Beispiel: Die Bonner Gesellschaft Forest Finance verkauft einen Hektar Waldfläche in Panama für 31000 Euro. Bleibt der Investor 25 Jahre am Ball, prognostiziert Forest Finance einen aus Teilrückzahlungen kumulierten Gesamterlös von 185000 Euro - was einer Maximalrendite von elf Prozent entspricht. Vorteile: Es besteht finanzielle Teilabsicherung, möglicher Zusatzgewinn durch Wertsteigerung des Grundbesitzes, Ausfallminimierung durch Bewirtschaftung im Flächenpool. Nachteil: Langfristige Kapitalbindung, ambitionierte Ertragsprognose.

Geschlossene Fonds: Ein Beispiel ist das Fondskonzept „Bauminvest2” der Querdenker GmbH aus Kirchzarten. Ab 5000 Euro können Anleger Anteile an Baumplantagen in Costa Rica erwerben. Die prognostizierte Anlagedauer umfasst 24 Jahre. Kündigungen sind zwar ab 2021 möglich, Erträge fließen aber erst gegen Laufzeitende. Die Gewinnprognose nach Steuern liegt bei 326 Prozent, die Durchschnittsrendite bei 6,4 Prozent. Vorteil: hohe sozial-ökologische Standards. Nachteile: hohe Fondskosten von 17,6 Prozent, keine Teilausschüttungen, kein Versicherungsschutz gegen Naturrisiken, kein Kapitalschutz.

Offene Fonds: Hohe Flexibilität versprechen offene Fonds, die in Waldflächen investieren. Beispiel: „Focus Global Forest”. Beteiligungen sind ab 5000 Euro möglich, die Laufzeit ist unbegrenzt. Die Zielrendite liegt bei vier bis fünf Prozent nach Kosten. Da Privatanleger nicht direkt in den Fonds investieren dürfen, bieten die Initiatoren ein Zertifikat, das eins zu eins die Wertentwicklung des Fonds nachzeichnet (ISIN: XS0410448459). Vorteile: moderate Orderkosten, monatliche Kündigungsmöglichkeit. Nachteil: Rücknahmeabschläge belasten in den ersten Jahren die Rendite. Eine Alternative dazu ist der Pictet-Timber-Fund. Der Aktienfonds (LU0340559557) investiert in holzverarbeitende Unternehmen. Die Ein-Jahres-Performance beträgt 27 Prozent. Vorteile: hohe Renditechance, täglich handelbar. Nachteil: fünf Prozent Ausgabeaufschlag, jährliche Kosten von 2,1 Prozent und Kursrisiken.
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