Biallos Ratgeber Geldanlage: Die Rendite ist gar nicht so schlecht

Von: Horst Biallo und Helga Riedel
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Das Geld fest im Blick: In schlechten Zeiten wollen viele Anleger Sicherheit. Foto: ddp

Aachen. „Im Hinblick auf die aktuelle Marktsituation haben wir die Zinsen angepasst”. So oder ähnlich lauten die Ankündigungen von Banken in Schreiben an ihre Kunden oder auf den Internet-Seiten der Direktbanken. Sie haben in den letzten Monaten die Verzinsung von Tages- und Festgeldkonten drastisch gesenkt.

Dennoch ist die Lage besser als sie auf den ersten Blick scheint. Zumindest bei den Top-Offerten ist die reale Rendite sogar höher als noch vor einem Jahr.

Satte 4,25 Prozent Zinsen bot noch Ende letzten Jahres die Norisbank für ihr Top3-Zinskonto an, heute sind es nur noch 1,50 Prozent, genauso viel wie bei der ING-Diba. Doch diesen Zinssatz gibt es bei zur Zeit null Prozent Inflation praktisch ohne Abschlag. Zieht man von den 4,25 Prozent die letztjährige Teuerung von 3,30 Prozent ab, kommt man auf eine Nettorendite von nur 1,45 Prozent. Zu bedenken ist auch: Es gibt auch heute noch viele Offerten mit mehr als zwei und bis zu drei Prozent Zinsen, die man zur Zeit praktisch ohne Wertverlust einstreichen kann.

Spitzenplatz: Den Spitzenplatz bei den Tagesgeldkonten nimmt mit 3,0 Prozent die Bank of Scotland ein. Sie sollte man nicht mit der Royal Bank of Scotland verwechseln, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen musste. Das Internet-Tagesgeld der Bank of Scotland ist bis zu 50.000 britischen Pfund (rund 58.000 Euro) über die britische Einlagensicherung abgesichert. Das am besten verzinste Tagesgeld mit deutscher Einlagensicherung bietet die Oyak-Anker Bank mit 2,30 Prozent Zinsen bei vierteljährlicher Zinsgutschrift.

Festgeld: Wer sich etwas mehr Zinsen sichern will, für den kommt eine Festgeld-Anlage in Betracht. Die besten Offerten mit deutscher Einlagensicherung gibt es bei sechsmonatiger Anlagedauer von Grenke Bank (2,50 Prozent), Isbank (2,30 Prozent) und der Bausparkasse Mainz (2,25 Prozent).

Ablaufdatum: Wer bereits Festgeld angelegt hat, sollte unbedingt das Ablaufdatum im Blick haben. Denn die meisten Geldhäuser verlängern das Festgeld automatisch um den gleichen Zeitraum zu dem dann aktuellen Zinssatz. Das ist bei der Postbank so bei allen Anlagen unter einem Jahr. Bei einer Festzinszeit ab einem Jahr erhält der Kunde fünf Wochen vor Zinszeitende ein Anschreiben mit dem Hinweis auf die Fälligkeit des Anlagebetrags.

Erteilt der Kunde keine anderslautende Weisung, erfolgt automatisch die Prolongation des Anlagebetrags zu den dann gültigen Konditionen. „Unsere Festgeld-Kunden erhalten 14 Tage vor Fälligkeit ein Schreiben mit Angaben zum Anlage- und Zinsbetrag sowie einem Wiederanlageangebot”, beschreibt Patrick Herwarth das Verfahren bei der ING-Diba. „Dem Schreiben liegt zudem ein Weisungsformular zur Auszahlung bzw. zur geänderten Wiederanlage bei.

Eine Auftragserteilung zur Auszahlung kann schriftlich bis drei Tage vor Fälligkeit oder aber telefonisch oder im Internetbanking bis einen Tag vor Fälligkeit erfolgen.” Nur wenn keine Antwort erfolgt, wird das Festgeld automatisch wieder angelegt mit der ursprünglichen Laufzeit und den dann aktuell gültigen Konditionen.

Banksparbrief: Deutlich mehr Zinsen als beim Tages- und Festgeld gibt es bei längerfristigen Anlagen wie beispielsweise Banksparbriefen. Bei vierjährigen Anlagen steht meist eine drei vor dem Komma. Die gibt es zwar auch bei achtjährigen Anlagen. Aber so lange sollte sich heute niemand festlegen. Kommt es nämlich in den nächsten Jahren zur befürchteten Inflation, ist wieder mit deutlich steigenden Zinsen zu rechnen.
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