Aachen - Biallos Ratgeber Freiwilligendienst: Lebenserfahrung im Gepäck

Biallos Ratgeber Freiwilligendienst: Lebenserfahrung im Gepäck

Von: Annette Jägerund Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Freiwilliges Engagement ist eine tragende Säule gesellschaftlichen Lebens geworden - in Zukunft wird es noch mehr an Bedeutung gewinnen. Denn der Zivildienst ist abgeschafft, stattdessen gibt es ab 1. Juli den Bundesfreiwilligendienst.

Jährlich sollen dabei 35.000 Menschen zu gemeinnützigem Einsatz gewonnen werden. Der neue Ersatzdienst für die bisherigen Zivistellen steht jetzt auch Frauen und Bürgern jeden Alters zu. Wer den Dienst leistet, „nimmt viel mit an Lebenserfahrung”, sagt Roland Hartmann vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA) in Köln.

Freiwillige Dienste:

Neben dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) gibt es auch das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) sowie das Freiwillige ökologische Jahr (FÖJ). „Die Angebote sind auf Augenhöhe”, sagt Hartmann. Ein Plus im Lebenslauf seien sie auf alle Fälle. „Solche Dienste sind gesellschaftlich hoch anerkannt.” Bei der Bewerbung für einen Studienplatz gilt der Dienst als „nachrangiges Kriterium”: Gibt es zwei Bewerber mit derselben Anzahl Wartesemester, erhält derjenige den Platz, der den Dienst absolviert hat.

Voraussetzungen:

Am BFD kann jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist und die 9. Klasse absolviert hat, teilnehmen. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Ein BFD dauert zwischen sechs und 24 Monaten. Man ist Vollzeit beschäftigt. Wer älter als 27 Jahre ist, sollte sich mindestens 20 Stunden pro Woche verpflichten. Ein BFD kann man zu jedem Monatsanfang starten. Beim FSJ und FÖJ dürfen die Bewerber maximal 27 Jahre alt sein, es startet am 1. September.

Einsatzgebiete:

Praktische Hilfe ist in vielen Gebieten gefragt: in der Behindertenhilfe, in Alten- und Pflegeheimen, in Kindertagesstätten, in Pfarreien, in der Jugendarbeit, in Sportvereinen. Das FÖJ kann man im Bereich Naturschutz, Landwirtschaft oder Gartenbau absolvieren. Bewerbungen richtet man an die jeweiligen Träger - alle, die bisher Zivildienststellen angeboten haben, werden auch den BFD anbieten. Anlaufstellen sind deshalb die Wohlfahrtsverbände, Vereine, soziale Einrichtungen und Kommunen. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) gab es bisher 9000 Zivildienststellen und 10 000 FSJ-Plätze bundesweit. „Wir hatten immer mehr Bewerber als freie Plätze für das FSJ”, sagt Svenja Koch vom DRK. „Die Erfahrung macht uns optimistisch, den Wegfall der Zivistellen auf lange Sicht auffangen zu können.”

Entgelt und Versicherung:

Wer einen Dienst leistet, erhält ein Taschengeld sowie Unterkunft und Verpflegung. Die Höhe des Taschengeldes variiert je nach Träger und Arbeitsstelle. Als gesetzliche Vorgabe gelten maximal 330 Euro pro Monat. Alle Engagierten sind sozial- und gesetzlich unfallversichert. Der Kindergeldanspruch soll - wie beim FSJ und FÖJ - bestehen bleiben.

Auslandsaufenthalt:

Wen es ins Ausland zieht, kann am Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) teilnehmen, der zum Jahresanfang eingerichtet wurde. Bis 1. September sollen 3000 Plätze angeboten werden. Auch das FSJ oder FÖJ kann man überall auf der Welt absolvieren. Daneben gibt es auch den „Anderen Dienst im Ausland” oder die Initiative „Weltwärts” mit jeweils verschiedener inhaltlicher Ausrichtung. Die Auslandsplätze sind sehr begehrt. Für die Bewerbung muss man mindestens ein Jahr Vorlaufzeit einplanen. Während man beim FSJ und FÖJ in Deutschland sozialversichert bleibt, ist das beim IJFD nicht der Fall.
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