Aachen - Biallos Ratgeber: Fassade, Fenster oder Heizung

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Biallos Ratgeber: Fassade, Fenster oder Heizung

Von: Sabine Fischer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Energie wird teurer. Den Wohnraum energetisch zu sanieren, das kann neben der Umwelt auch dem Geldbeutel nutzen. Dies sind die Regeln:

Wann ist die Sanierung Pflicht?

„Abgesehen von einigen Nachrüstpflichten besteht für bereits vorhandene Wohngebäude keine Pflicht zur energetischen Sanierung – jedenfalls solange man die Gebäude nicht anrührt“, sagt Gerold Happ, Geschäftsführer der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund. Modernisiert der Eigentümer jedoch in größerem Umfang etwa die Fassade, muss er energetische Vorgaben erfüllen.

Der rechtliche Rahmen:

Nach Modernisierungsmaßnahmen – auch energetischen – können Vermieter die Jahresmiete um elf Prozent der Kosten für die Wohnung erhöhen. Dies gilt nicht für Erhaltungsmaßnahmen. „Ist ohnehin die Erneuerung der Fassade fällig, können diese Kosten nicht Bestandteil der Mieterhöhung sein“, sagt Happ. Es muss also ermittelt werden, welcher Kostenanteil auf Instandhaltung und welcher auf energetische Modernisierung entfällt. Daran wird auch die für 2013 geplante Mietrechtsreform nichts ändern. Das Mietrechtsänderungsgesetz soll energetische Sanierung erleichtern und sieht unter anderem vor, dass der dementsprechende Zustand einer Immobilie künftig im Mietspiegel stärkere Berücksichtigung findet. Vermieter sollen einfacher begründen können, warum die Sanierung nötig ist. Und Mieter können etwa wegen damit verbundenen Baulärms nicht so einfach die monatliche Zahlung kürzen. Macht ein Mieter angesichts der angekündigten Mieterhöhung unzumutbare wirtschaftliche Härte geltend, muss das zudem nicht mehr die Modernisierung verzögern. Die Härtefallprüfung wird auf später verschoben.

Lohnt sich die energetische Sanierung?

„Von Energieeinsparungen hat der Vermieter zunächst einmal nichts; energetische Modernisierungen lohnen sich für ihn nur, wenn er die Miete entsprechend erhöhen kann“, meint Gerold Happ. Für Mieter sind Energieeinsparungen natürlich höchst willkommen. Allerdings drohen ihnen im Gegenzug höhere Mietzahlungen. Deshalb rechne sich die energetische Sanierung nach der geltenden Rechtslage in aller Regel „nur in Ausnahmefällen“, meint Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. „Am ehesten profitieren Mieter davon, wenn eine neue Heizung eingebaut wird beziehungsweise die aktuelle Heizung optimiert wird. Hier sind die Kosten tendenziell am niedrigsten und die Einspareffekte groß“, sagt Ropertz. Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energieagentur (Dena), ist hingegen überzeugt, dass eine energetische Sanierung nicht unbedingt Mehrkosten bedeuten müsse. Sinnvoll sei sie immer dann, wenn ohnehin Sanierungsbedarf bestehe. Dann sollte man die Chance nutzen und einen neutralen Energieexperten hinzuziehen. Bis zu 85 Prozent an Energie ließen sich laut einer Dena-Studie durch eine Sanierung sparen. Welche Maßnahme dabei am meisten bringt, lässt sich nicht verallgemeinern. „Mal sind es die Fenster, mal die Heizung, dann die Fassade“, so Stolte. Berücksichtige man staatliche Fördermittel, den Kostenanteil an der Maßnahme, der als Erhaltung nicht auf die Miete umgelegt werden darf, und die Absicherung gegen steigende Energiepreise, so rechnen sich energetische Sanierungen.

Richtig vorgehen:

Auf dem von der Dena betriebenen Internetportal www.zukunft-haus.info finden sich umfassende Informationen für Mieter und Vermieter. Auch zu einer Energieberater- und Fördermittelsuche gelangt man hier. Ein kostenloser ‚Modernisierungsratgeber Energie‘ ist als Download auf der Internetseite der Dena (www.dena.de) oder telefonisch beim Bundesbauministerium erhältlich (030-183003060). „Sinnvoll ist es, Mieter möglichst früh zu beteiligen“, rät Gerold Happ. Es handelt sich um eine allgemeine Broschüre – nicht speziell für Mieter und Vermieter –, die aber einen guten ersten Überblick geben sollte.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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