Biallos Ratgeber: Diese Absicherung wird oft unterschätzt

Von: Annette Jäger
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Das Schlimmste ist überstande
Das Schlimmste ist überstanden, aber wie geht es weiter, wenn man trotzdem noch nicht in den Beruf zurückkehren kann. Hier machen sich viele Verbraucher kaum Gedanken, dabei ist eine Absicherung durch ein Krankentagegeld nicht so schwierig und zahlt sich im Ernstfall aus. Foto: stock/Jochen Tack

Aachen. Eine längere Krankheit kann schnell an die Existenz gehen. Vor allem Selbstständige und Arbeitnehmer mit hohem Einkommen sollten sich absichern.

„Krankentagegeldpolicen werden in ihrer Bedeutung extrem unterschätzt. Dabei gehört eine Police zum unverzichtbaren Versicherungsschutz”, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Neben privaten Zusatzversicherungen machen auch die gesetzlichen Krankenkassen Angebote für freiwillig Versicherte.

Status Quo: Selbstständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, zahlen nur den ermäßigten Beitragssatz von 14,9 Prozent in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ein Krankengeld erhalten sie dafür nicht, sie stehen ab dem ersten Tag der Krankheit ohne Einkommen da. Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.825 Euro liegt, gelten ebenfalls als freiwillig gesetzlich versichert. Sie zahlen den allgemeinen Satz von 15,5 Prozent und sind damit automatisch krankengeldversichert.

Gesetzliches Krankengeld: Freiwillig Versicherte in der Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) können sich gegen Zahlung des allgemeinen Beitragssatzes von 15,5 Prozent das gesetzliche Krankengeld sichern. Ab der siebten Krankheitswoche erhalten Sie dann 70 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Das kostet sie 22,95 Euro mehr im Monat. Den Zeitraum bis zum Beginn der siebten Krankheitswoche müssen Selbstständige aus eigenen Rücklagen finanzieren. Allerdings ist das gesetzliche Krankengeld für alle Versicherten gedeckelt: Es darf maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze betragen, also 2677,50 Euro im Monat, das sind 89,25 Euro am Tag. „Verdient man deutlich mehr, kann eine große Versorgungslücke entstehen”, sagt Charlotte Henkel von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Wahltarife der GKV: Über Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen kann man sich zusätzlich absichern. „Viele Kassen haben mehrere Tarife im Angebot, mit denen man das gesetzliche Krankengeld aufstocken oder auch komplett absichern kann”, sagt Henkel. „Die Tarife eignen sich vor allem für Ältere oder chronisch Kranke.” Die Beiträge für Selbstständige werden unabhängig von Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen kalkuliert. Es gilt eine dreijährige Bindungsfrist. Die Auszahlung ist wegen der gleichen Krankheit befristet auf maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren.

Private Zusatzpolice: Bei den Krankentagegeldpolicen der privaten Anbieter fließen bei der Kalkulation der Beiträge Alter, Geschlecht und Gesundheitsstatus mit ein. Diese Policen können für junge, gesunde Menschen günstiger sein als die GKV-Wahltarife, die nach dem Einkommen berechnet werden. Die Wahl des Zeitpunkts, ab dem Krankentagegeld ausgezahlt werden soll, beeinflusst den Beitrag: „Je später desto günstiger sind die Beiträge”, sagt Rudnik. Man kann die Höhe des Krankentagegeldes staffeln: Für die ersten 25 Wochen reichen etwa 50 Euro aus, danach stockt man auf 150 Euro auf. Gelder werden im Leistungsfall unbefristet ausgezahlt.
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