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Biallos Ratgeber: Den Kindern im Alter nicht zur Last fallen

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:
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Für den Fall der Fälle: Eine Pflegezusatzversicherung ergänzt den gesetzlichen Foto: Stock/Südraumfoto

Aachen. „Wenn ich zum Pflegefall werde, bin ich durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert” - das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Der gesetzliche Schutz kommt gerade mal für rund die Hälfte der Kosten auf. Den Rest muss man selbst aufbringen.

Das kann bitter für die Kinder pflegebedürftiger Eltern werden. „Eigenes Einkommen und Vermögen, aber auch das von Kindern und Ehepartnern muss verwertet werden, bevor Sozialhilfe in Anspruch genommen werden kann”, sagt Herbert Grziwotz, Notar aus Regen. Wer das umgehen will, sollte eine Zusatzversicherung abschließen.

Unterhalt: Ein sogenanntes „Schonvermögen” der Nachkommen und des Ehepartners bleibt unangetastet. Dazu gehören Rücklagen für die Altersversorgung, Hausrat, bestimmte Familienerbstücke, Bar- bzw. Freibeträge sowie eine selbst genutzte Immobilie. „Hat ein Elternteil innerhalb von zehn Jahren, bevor es staatliche Leistungen für seinen Pflegeaufenthalt benötigt, das Haus an ein Kind übertragen, kann die Schenkung widerrufen werden”, sagt Grziwotz. Für Schwiegereltern muss man nicht aufkommen.

Vorsorge: Zwischen 1000 und 1800 Euro beträgt der Eigenanteil bei der Pflege in einem Heim. „Man sollte ausrechnen, wie groß die Finanzierungslücke ist. Gesetzliche Rente und private Altersvorsorge sind dabei zu berücksichtigen”, sagt Heidrun Holstein von der Unabhängigen Patientenberatung in Karlsruhe. Ein günstiger Zeitpunkt, eine Police abzuschließen, ist ab einem Alter von 50 Jahren. Denn da werden oft finanzielle Mittel frei, weil die Ausbildung der Kinder beendet oder die Berufsunfähigkeitspolice ausgelaufen ist.

Pflegetagegeld: Sie sind noch das meist verkaufte Vorsorgeprodukt. Im Leistungsfall wird ein fester Tagessatz bezahlt. Die Police sollte auch in Pflegestufe I und II leisten und zwischen ambulanter und stationärer Pflege keinen Leistungsunterschied machen. Das Geld kann man flexibel einsetzen. Größter Nachteil: Die Beiträge können während der Laufzeit steigen.

Pflegerentenpolicen: Momentan gibt es wenige Anbieter wie Ideal, Signal Iduna oder Gothaer. Ein wichtiger Vorzug gegenüber den Pflegetagegeldern: Der Beitrag ist über die gesamte Laufzeit stabil. Und damit dieser bezahlbar bleibt, sollte man vor allem die wirklich existentiellen Risiken absichern. Die Pflegerente der Ideal beispielsweise wird in drei Varianten angeboten: Basic, Klassik und Exklusiv. Bei der günstigsten Basis-Variante fließen die vereinbarte Garantie-Rente und die bis dahin erzielten Überschüsse, sobald die Pflegestufe lll eintritt.

Wer beispielsweise als 50-jähriger Mann eine garantierte Rente von 1000 Euro monatlich haben will, zahlt dafür 26,40 (Frau: 42,19) Euro. Tritt die Pflegebedürftigkeit mit 75 Jahren ein, erhält man jedoch dank (nicht garantierter) Überschüsse rund 1700 Euro monatlich. Die Klassik-Variante kostet den Mann monatlich 53,10 Euro (Frau: 74,95). Jetzt fließen die Hälfte der vereinbarten Garantie-Rente und Überschusszahlungen bereits bei Pflegestufe ll. Und bei Eintritt des Pflegefalles werden sofort sechs Monatsbeträge auf einen Schlag bezahlt. Weitere Stärke gegenüber Tagegeldpolicen: Man kann zu jeder Zeit die Police zurückkaufen, so dass ein Teil des eingezahlten Geldes zurückfließt.
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