Aachen - Biallos Ratgeber: Bevor der erste Stein gesetzt wird

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Biallos Ratgeber: Bevor der erste Stein gesetzt wird

Von: Max Geissler
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Vorsicht ist beim Hausbau in j
Vorsicht ist beim Hausbau in jeder Hinsicht besser: Wer sich bei der Finanzierung übernimmt, hat später schlechte Karten.

Aachen. Der Wohnungsmarkt floriert. „Dieses Jahr werden deutlich mehr Wohneinheiten errichtet als im Vorjahr, sagt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KFW (Förderbank der deutschen Wirtschaft). Seine Schätzungen belaufen sich auf 180 000 neue Wohnungen - 30 000 mehr als 2011.

Die Kreditinstitute profitieren von dieser Entwicklung. „Das Finanzierungsvolumen der Deutschen Bank stieg um fast 20 Prozent gegenüber 2010”, berichtet der verantwortliche Geschäftsleiter Jens Wohlfahrt. Damit der Eigenheimerwerb erfolgreich endet, sollte man einige Grundregeln beachten:

Finanzkraft real einschätzen: Wer bei der Finanzkalkulation schummelt, kann die Haushaltskasse überfordern. Wichtig ist, bei der Ermittlung des Kreditspielraums neben den regelmäßigen auch alle unregelmäßigen Zahlungsverpflichtungen zu erfassen. Dazu gehören jährliche Versicherungsbeiträge, Steuerzahlungen und Urlaubsausgaben. Wichtig ist zudem eine Finanzreserve für Notfälle, etwa für Reparaturen oder Krankheitskosten, die drei Monats-Nettogehälter betragen sollte.

Zinsen vergleichen: Immobilienkäufer sollten nicht das erstbeste Kreditangebot ihrer Hausbank akzeptieren. „Zwar sind die Zinsen im Keller und die Finanzierungskosten besonders günstig, dennoch bringt ein umfassender Darlehensvergleich deutliches Sparpotenzial”, sagt Tobias Lücke, Leiter Baufinanzierung bei Comdirect. Der Baugeldindex des Finanzportals biallo.de - gebildet aus 156 Angeboten - weist aktuell 2,91 Prozent für Baugeld auf zehn Jahre aus. Die Zinsspanne zwischen günstigen und teuren Anbietern beträgt aktuell mehr als einen Prozentpunkt. „Kostenlose Sondertilgungen oder Tilgungssatzwechsel während der Laufzeit sind nicht bei allen Kreditangeboten selbstverständlich”, sagt Lücke. Hier gelte es, umfassend zu vergleichen.

Anfangstilgung rauf: Klassische Baufinanzierungen beginnen oft mit 1,0 Prozent Anfangstilgung. Bei heutigem Zinsniveau verursacht dies ohne Sondertilgungen Kreditlaufzeiten von bis zu 46 Jahren. Für die meisten Immobilienkäufer eine viel zu lange Zeit. Michiel Goris, Chef des Baugeldvermittlers Interhyp, rät, „den dank Niedrigzinsen erzielbaren Konditionenvorteil unbedingt in eine schnellere Schuldenfreiheit zu investieren”. Wer statt mit einem mit zwei Prozent Anfangstilgung einsteige, der verkürze bei einem 100 000-Euro-Kredit die Laufzeit um mehr als 15 Jahre. Die Kosten betragen weniger als 100 Euro pro Monat.

Zinsbindung optimieren: Viele Immobilienkäufer glauben, dass der optimale Hypothekenkredit eine Zinsbindung von zehn Jahren habe. Das ist falsch, die Dauer der Zinsbindung ist variabel und wird unter anderem vom Zinsniveau beeinflusst. Bei aktuellen Bauzinsen von gut drei Prozent für langlaufende Finanzierungen sollte man die Konditionen besser 15 oder 20 Jahre festschreiben. Das sichert Topzinsen für lange Zeit, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich Hypothekenkredite wieder verteuern. Kein Nachteil: Nach zehn Jahren besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Instandhaltungsreserve einplanen: Unverhofft kommt oft: Wird das Dach undicht oder streikt die Heizung, kann die Reparatur mächtig ins Geld gehen. Wer keine Rücklagen gebildet hat, kann hier leicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Eigentümer sollten daher von Anfang an eine Finanzreserve bilden, zumal mit zunehmendem Alter der Immobilie die Instandhaltungskosten steigen. Interhyp-Chef Goris empfiehlt seinen Kunden, „zwei Euro monatlich pro Quadratmeter Wohnfläche zurückzulegen”.

Risiken absichern: Berufsunfähigkeitspolice und Risikolebensversicherung sind unverzichtbar. Alternativ ist eine Restschuldversicherung beim Kreditinstitut möglich - hier gilt es die Kosten zu vergleichen.
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