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Biallos Ratgeber Berufsunfähigkeit: Zuerst zählt Qualität, dann der Preis

Von: Fritz Himmel und Horst Biallo
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Aachen. Statistisch gesehen scheidet bereits jeder fünfte Erwerbstätige aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Knapp zehn Prozent der Betroffenen sind sogar unter 40 Jahre. „Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird von vielen noch unterschätzt”, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Wer auf sein Arbeitseinkommen angewiesen ist, braucht daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Diese zahlt eine Rente in vereinbarter Höhe, wenn man aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf - in der Regel ab einer Beeinträchtigung von 50 Prozent - nicht mehr ausüben kann.

Versicherungsangebote: Sinnvolle Angebote sind der Schutz als eigenständige Police oder als preiswerte Kombination mit einer Risikolebensversicherung für alle, die eine Familie oder einen Partner gleich mit absichern möchten. Die Höhe des Beitrags bemisst sich unter anderem nach Alter, Geschlecht, Vertragslaufzeit, ausgeübtem Beruf und gewünschter Rentenhöhe. Vor allem Berufseinsteiger sollten sich früh absichern, da die Prämien in jungen Jahren sehr günstig sind. „Ein Vertragsabschluss sollte getätigt werden, solange die versicherte Person noch kerngesund ist, denn schon kleinere Leiden und Vorerkrankungen können später zur Ablehnung eines Antrages führen”, rät daher Rudnik.

Die Preisunterschiede betragen zum Teil über tausend Euro im Jahr. Wer als 30-jähriger Industriemechaniker eine BU mit einer Monatsrente in Höhe von 1000 Euro sucht, zahlt bei Anbietern wie der Nürnberger oder der Swiss Life mit guten Vertragsbedingungen und einer Laufzeit von 35 Jahren rund 670 Euro jährlich. Beim teuersten wären dafür knapp 2000 Euro fällig.

Ein gleichaltriger kaufmännischer Angestellter im Innendienst müsste für eine Monatsrente von 600 Euro bei der Axa, Swiss Life oder DBV nur rund 280 Euro jährlich zahlen, bei falscher Anbieterwahl aber auch über 650 Euro. Aktuelle Vergleichsrechner für alle Berufsgruppen bieten Verbraucherportale wie biallo.de im Internet.

Vertragsklauseln: Die Vertragsbedingungen entscheiden über die Qualität. Je nach Konditionen kann es sonst passieren, dass ein Versicherer zu spät, zu wenig oder gar nicht bezahlt. Welche Klauseln sind wichtig?

Fragen nach Vorerkrankungen: Hier sind unbedingt wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen. Weist der Versicherer dem Kunden später Fehler nach, darf er vom Vertrag zurücktreten. Aber: Nichts freiwillig preisgeben, wonach nicht gefragt wird.

Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer soll bei Berufsunfähigkeit darauf verzichten, den Kunden auf einen anderen Beruf zu verweisen. Der Versicherte erhält auch dann seine Rente, wenn er gesundheitlich noch in einem gleichwertigen Beruf arbeiten könnte.

Umfassende Nachversicherungsgarantie: So kann man später bei veränderter Lebenssituation, zum Beispiel bei Heirat, Nachwuchs oder Immobilienkauf, die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen.

Sechs-Monats-Prognose: Die Berufsunfähigkeit sollte vom Versicherer anerkannt werden, wenn ein Arzt sie für voraussichtlich sechs Monate prognostiziert.

Verzicht auf Paragraph 41 Versicherungsvertragsgesetz: Dieser erlaubt es der Versicherung, nachträglich den Beitrag zu erhöhen oder gar den Vertrag zu kündigen, wenn sich herausstellt, dass der Kunde bei Vertragsabschluss unter einer Krankheit litt, von der er noch nichts wusste und somit nicht angeben konnte.

Freie Arztwahl: Der Versicherte sollte den Arzt zur Feststellung der Berufsunfähigkeit selbst bestimmen können.

Grundsätzlich gilt: Gründlich vergleichen und prüfen, ob alle wichtigen Kriterien im Angebot berücksichtigt sind oder ob Einschränkungen gelten. Zuerst die Qualität, dann der Preis.
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