Aachen - Biallos Ratgeber Banksparpläne: Bei Inflation steigt automatisch die Rendite

Biallos Ratgeber Banksparpläne: Bei Inflation steigt automatisch die Rendite

Von: Max Geißler und Horst Biallo
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Aachen. Eine sichere Sparmöglichkeit in Krisenzeiten wie diesen sind variabel verzinste Banksparpläne. Kurseinbrüche und Wertverluste sind ausgeschlossen. Die Geldinstitute gewähren jährlich Zinsen, erheben keine Gebühren und versüßen längere Laufzeiten mit Bonuszahlungen. Bei langer Laufzeit sind aktuell über vier Prozent Rendite möglich. Worauf sollten Verbraucher bei der Auswahl achten?

Flexibler Zins: Bei Sparplänen mit flexiblem Basiszins überprüft die Bank regelmäßig die Zinshöhe, meist zweimal im Jahr, und passt sie der Marktlage an. In der aktuellen Niedrigzinsphase sind Anpassungen nach unten kaum noch zu befürchten. Im Gegenteil: Die meisten Finanzexperten erwarten steigende Inflationszahlen und damit wachsende Zinsen. „Da sich die Rendite variabler Sparpläne an öffentlichen Referenzzinssätzen orientiert, etwa dem EZB-Leitzins, dem Drei-Monats-Euribor der Europäischen Zentralbank oder der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen, führen Zinsanhebungen zwangsläufig zu Renditeverbesserungen”, sagt Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern. Steigt beispielsweise der Leitzins um drei Prozent, legen Sparpläne, die sich an diesem Zinssatz orientieren, entsprechend ihres Beteiligungsverhältnisses zu. Sparpläne mit fester Verzinsung bieten diesen Vorzug nicht. Hier führt ein Einstieg im Zinstal zu Renditeverlusten, wenn der Marktzins steigt.

Zinsermittlung: Ein Kritikpunkt ist die Bestimmung des Basiszinses. Geldinstitute legen oft wenig bekannte Zinssätze zugrunde und verwenden komplizierte Berechnungsformeln. Außerdem mindern Abschläge den Basiszins. Beispiel PSD Bank Köln: Die Verzinsung des Sparplans errechnet sich zu 25 Prozent aus dem Zinssatz des Zwei-Jahres-Swap, zu 35 Prozent aus dem des Drei-Jahres-Swap und zu 40 Prozent aus dem des Zehn-Jahres-Swap. Der ermittelte Wert multipliziert mit 0,56 ergibt den Vertragszins - aktuell errechnet sich daraus ein Basiszins vonÊ mageren 1,3 Prozent. „Anleger sollten verschiedene Angebote prüfen und Sparpläne mit vergleichsweise hohem Grundzins bevorzugen” rät Verbraucherschützer Georg Plötz. Dadurch stimme die Rendite bereits in den Anfangsjahren und ein vorzeitiger Ausstieg beschert keine Zinsverluste. Beispiele hierfür sind die Degussa Bank mit 2,5 Prozent Basiszins oder der Spar- und Bauverein Hannover mit 1,75 Prozent.

Bonuszahlung: Neben dem Basiszins zahlen flexible Sparpläne Bonuszinsen. Die Höhe der Boni bezieht sich entweder auf die jährliche Sparrate, auf die jährlichen Basiszinsen oder besteht aus festgelegten Geldprämien. Die Bonuszahlungen wachsen von Jahr zu Jahr an. Beispiel Frankfurter Sparkasse: Ab dem dritten Sparjahr zahlt der „Vermögensplan” fünf Prozent Geldprämie bezogen auf den Jahresbeitrag; der Zins steigt in mehreren Stufen, ab dem 15. Jahr sind es dann 40 Prozent. Wer 15 Jahre lang 100 Euro spart, der kassiert insgesamt 3.012 Euro Bonusprämie. Zwar liegt der Basiszins aktuell nur bei 0,77 Prozent, inklusive Bonuszahlungen wächst die Gesamtrendite jedoch auf 2,71 Prozent.

Flexibilität: Variable Sparpläne sind nach Ablauf von drei Monaten jederzeit kündbar. Dies ist nicht nur bei finanziellen Engpässen ein Vorteil, sondern auch in Hochzinsphasen. „Drohen die Zinsen zu fallen, lohnt der Umstieg auf einen festverzinsten Sparplan, da die hohen Zinsen dann langfristig festgeschrieben werden”, empfiehlt Plötz. Positiv: Bei vielen Instituten sind Sonderzahlungen und Verfügungen während der Laufzeit möglich.

Steuern: Die jährlichen Zinseinnahmen unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer, obwohl sie nicht ausgezahlt werden, sondern im Sparplan verbleiben. Wichtig ist deshalb, nicht ausgeschöpfte Sparerfreibeträge konsequent zu nutzen. Möglich ist es, bis zu 801 Euro pro Sparer an Zinseinkünften freizustellen. Für Sparverträge für Kinder kann man eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.
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