Aachen - Biallos Ratgeber Bankauszahlpläne: Wenn aus Vermögen Monatsrenten werden

Biallos Ratgeber Bankauszahlpläne: Wenn aus Vermögen Monatsrenten werden

Von: Max Geißler und Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Bankauszahlpläne wandeln Sparguthaben in monatliche Zahlungen um. Dazu wird das angelegte Vermögen verzinst und monatlich oder vierteljährlich an den Sparer zurückgezahlt. Die Höhe der Rückzahlung richtet sich nach dem angelegten Betrag, der Verzinsung, der Zahldauer und danach, ob der Kapitalstock aufgebraucht wird oder nicht.

Positiv: Gebühren fallen nicht an. Banken und Sparkassen leben davon, dass sie eine höhere Rendite am Kapitalmarkt erzielen, als sie ihren Kunden auszahlen.

Laufzeit und Zinsen: „Bei der Wahl des Auszahlplans ist der Zinssatz entscheidend”, sagt Merten Larisch, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Denn dieser werde meist für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind gewaltig. Laut einer Erhebung des Finanzportals biallo.de klaffen die Zinsen um bis zu 100 Prozent auseinander.

Breite Zinsspanne

Während beispielsweise die Sparda Bank Münster für einen zehnjährigen Auszahlplan nur 1,8 Prozent Zinsen gewährt, schreibt die Sparda Bank Hessen 3,53 Prozent gut. Als Faustregel gilt: je länger die Auszahldauer, desto höher die Zinsen. Manche Banken offerieren allerdings über alle Laufzeiten den gleichen Zinssatz - hier drohen Renditenachteile bei langer Zahldauer. „In der aktuellen Niedrigzinsphase sollten Auszahlpläne nicht über 15 Jahre hinausgehen”, so Larisch. Grund: Inflationstendenzen könnten die Zinsen langfristig nach oben treiben. Allerdings finden sich derzeit ohnehin kaum Anbieter mit Zinszusagen über Jahrzehnte.

Ausnahmen sind die Bausparkasse Debeka und die Bausparkasse Mainz (BKM), die die Konditionen bis zu 30 Jahre festschreiben. Dabei sticht das Angebot der BKM heraus, denn 5,0 Prozent Zinsen bei 30-jähriger Laufzeit suchen ihresgleichen.

Kapitalerhalt oder -verzehr? Die meisten Geldhäuser bieten Wahlrecht, ob das Kapital bestehen bleiben oder ausgezahlt werden soll. Möchte der Sparer nur von den Zinsen leben, ist hohes Grundkapital nötig, damit eine spürbare Monatsrente erreicht wird. Werden zum Beispiel 50.000 Euro mit 3,0 Prozent verzinst, so erhalten Ledige nach Abgeltungsteuer maximal 108 Euro Rente pro Monat; bei 200.000 Euro fallen hingegen 381 Euro an.

Vorteile bei Kapitalerhalt: Viele Banken zahlen höhere Zinsen, die Spanne reicht von 0,2 bis 0,7 Prozentpunkten zusätzlich. Zudem wird der Kapitalstock nicht verbraucht und ist - im Gegensatz zur privaten Rentenversicherung - vererbbar.

Bei geringem Sparguthaben lohnt Kapitalverzehr. So bringen 50.000 Euro mit 3,0 Prozent Zinsen zehn Jahre lang eine Monatsrente von 476 Euro.

Flexibilität und Kündigung: Eine Änderung oder Kündigung von fest verzinsten Auszahlplänen ist in der Regel nicht möglich. „Sparer sollten sich daher genau überlegen, welche Rentenhöhe sie benötigen und wie lange der Vertrag laufen soll”, sagt Larisch. Weniger starr sind Auszahlpläne mit variablen Zinsen. Kunden haben das Recht, den Vertrag nach Ablauf eines Jahres ohne Kosten zu kündigen; Änderungen der Ratenhöhe sind allerdings nicht vorgesehen. Anders beim Entnahmeplan der Deutschen Bank: Hier wird der Zinssatz alle vier Jahre neu justiert, bei dieser Gelegenheit kann man die Auszahlhöhe ändern oder den Vertrag stornieren.

Steuern: Der jährliche Zinsertrag unterliegt der Abgeltungsteuer plus Solidarbeitrag von zusammen 26,375 Prozent. Kirchenmitglieder zahlen zudem Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person mindert die Steuerlast. Anfänglich ist der Steueranteil hoch, weil das Grundkapital viele Zinsen erwirtschaftet. Durch Kapitalverzehr sinkt der Zinsertrag und damit die Steuerbelastung. Auszahlpläne werden allerdings so kalkuliert, dass die Rentenzahlung stets gleich hoch bleibt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert