Aachen - Biallos Ratgeber: Aufstiegsstipendium und ein Kreditrechner

Biallos Ratgeber: Aufstiegsstipendium und ein Kreditrechner

Von: Anja Lang
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung plus mehrjährige Berufserfahrung qualifizieren in Deutschland zum Studium – auch ohne Abitur. Tina Siebert, zum Beispiel, hat weder Abitur noch Fachhochschulreife – dennoch studiert die 26-Jährige Rechtswissenschaften an der FU Berlin.

Ihre abgeschlossene Berufsausbildung plus zwei Jahre Berufserfahrung sowie eine Fortbildung zur Wirtschaftsfachwirtin IHK machten es möglich.

Damit folgt die junge Frau einem Trend: Allein zwischen 1997 bis 2011 hat sich die Zahl der Studienanfänger ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland nahezu vervierfacht. Sie ist naturgemäß vergleichsweise gering, aber die Studenten ohne Abi etc. kommen immerhin inzwischen – auf 2,30 Prozent aller Studienanfänger.

Erleichterter Hochschulzugang:

Vor allem der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) aus dem Jahr 2009 hat deutliche Erleichterungen beim Hochschulzugang auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife gebracht. So können Erwachsene mit abgeschlossener Berufsausbildung und dreijähriger Berufspraxis inzwischen in allen 16 Bundesländern nach einem bestandenen Eignungstest ein berufsverwandtes Studienfach an einer Fachhochschule studieren. Die Meisterprüfung oder vergleichbare Fortbildungsabschlüsse berechtigen jetzt in allen Bundesländern – außer in Brandenburg – zum allgemeinen Studium. Und: Wer in ein anderes Bundesland umzieht, dessen Hochschulzugangs-Berechtigung wird für das Weiterstudium dort anerkannt. Das war aufgrund der Kulturhoheit der Länder nicht selbstverständlich.

Detailregelungen:

Da Bildung – wie bekannt – Ländersache ist, bestehen in den einzelnen Bundesländern im übrigen noch immer viele Detailregelungen. „Nordrhein-Westfalen und Berlin zum Beispiel verzichten für die fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung, neben Berufsabschluss und dreijähriger Berufspraxis, komplett auf die Eignungsprüfung“, sagt Sigrun Nickel, Forscherin am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh. „In Hessen erhalten auch Studierwillige mit beruflich hochqualifizierten Abschlüssen, analog zum Meister, eine allgemeine Zugangsberechtigung.“

Welche Fördermittel gibt es für Studienanfänger?

Wer Werkbank oder Büro mit dem Campus tauscht, muss das natürlich irgendwie finanzieren. Die bekannteste Fördermöglichkeit ist das Bafög. Es wird zur einen Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Der Höchstsatz liegt derzeit bei 670 Euro.

Auch Stipendien von kirchlichen, parteinahen und privaten Stiftungen können helfen, ein Studium zu finanzieren. Sie müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe der Fördergelder liegt in etwa bei den Bafög-Sätzen plus Büchergeld und gegebenenfalls Kinderzuschuss. Problematisch für Studenten ohne Abitur ist hier, wie beim Bafög auch, allerdings die Altersbeschränkung auf 30 Jahre. Seit 2008 gibt es deshalb speziell für Berufserfahrene von der Bundesregierung das sogenannte Aufstiegsstipendium – komplett ohne Altersbeschränkung. Gefördert wird mit 670 Euro pro Monat plus 80 Euro Büchergeld plus gegebenenfalls Kinderzuschüssen. Auch die Stipendien der Hans-Böckler-Stiftung richten sich ausdrücklich an Studierende ohne Abitur, allerdings nur für ausgewählte Studiengänge.

Studienkredit-Rechner:

Wenn trotzdem Finanzlücken bleiben, gibt es noch die Möglichkeit, einen Studienkredit aufzunehmen. Mit dem Biallo-Studienkreditrechner können Sie schnell und einfach herausfinden, welcher Studienkredit für Sie am günstigsten ist http://www.biallo.de/studienkredit/

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