Biallos Ratgeber: Anleger bleibt mit Risiko nicht alleine

Von: Fritz Himmel
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Aachen. Die klassischen Rentenversicherungen leiden zunehmend unter der Zinsflaute. Der aktuelle Garantiezins von 1,75 Prozent deckt kaum die Inflationsrate. „Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gewinnen fondsgebundene Rentenversicherungen an Bedeutung“, sagt daher Andreas Kuschmann, Mitglied des Vorstands der Feri Euro Rating. „Fondspolicen bieten Renditechancen.“

Produktkonzepte mit Garantiesummen helfen dabei. Der Anleger bleibt hier nicht mehr wie üblich mit dem möglichen Risiko alleine. Worauf sollten Verbraucher achten?

Angebotsformen: Bei einer Fondspolice wird monatlich ein bestimmter Sparbeitrag in einen Rentenversicherungsvertrag eingezahlt. D afür bekommt man zum Rentenbeginn eine Kapitalauszahlung oder eine lebenslange Rente. Moderne Fondspolicen gibt es mit und ohne Garantien, sind in der Auswahl der Investmentfonds flexibel und für jeden Anlagetyp geeignet.

Aber: Die Angebote unterscheiden sich enorm in der Ablaufleistung, der Fondsauswahl und den Vertragskosten. Börsenkundige haben die Chance, sich aus dem jeweiligen Fondsangebot ihr persönliches Depot nach ihrem individuellen Risikoprofil selbst zusammenzustellen und je nach Lage wieder zu verändern. Wer sich für das Selbstmanagement entscheidet, muss aber die Entwicklungen beobachten und notwendige Umschichtungen wahrnehmen. Für Bequeme ist das nicht geeignet. Wem Erfahrung und der Wille dazu fehlen, nutzt besser die von Experten gemanagten Anlagekonzepte.

Angebote mit Kapitalgarantien: Anleger, die zwar Verlustrisiken meiden, aber nicht auf erhöhte Renditechancen verzichten möchten, wählen am besten gemanagte Garantiefondskonzepte mit einer Kapitalerhaltungs- oder Renten- garantie. Vor einem Vertragsabschluss ist ein Vergleich der Angebote Pflicht. Das Analysehaus Morgen & Morgen weist per Ende Mai 2013 deutliche Unterschiede aus. Ein Beispiel: Ein 30-Jähriger zahlt 35 Jahre lang einen Monatsbeitrag von 150 Euro.

Er wählt die volldynamische Rente mit fünf Jahren Rentengarantiezeit inklusive Todesfallschutz in der Ansparzeit. Bei einem unterstellten Wertzuwachs von sechs Prozent zahlt Canada Life im Tarif „Generation private“ eine mögliche monatliche Rente von 734 Euro und garantiert – unabhängig von der Börsenentwicklung – mindestens ein Kapitel von 80.277 Euro. Standard Life stellt im „Freelax“ 628 Euro Monatsrente in Aussicht, bei einer Kapitalgarantie von 67.586 Euro. Die Allianz beim „IndexSelect“ und die LV 1871 beim „Tarif RTp“ prognostizieren eine monatliche Rente von je 584 Euro und garantieren ein sicheres Kapital von 63.000 Euro bzw. 75.839 Euro.

Steuer: Bei einer Fondspolice sind – im Gegensatz zum Fondssparplan – alle Erträge aus den Fonds während der Laufzeit steuerfrei. Die spätere Rente ist nur in der Höhe des altersabhängigen Ertragsanteils steuerpflichtig. „Beginnt die Rente mit 65 Jahren, so beträgt der steuerpflichtige Ertragsanteil nur 18 Prozent“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher. Nur dieser geringe Anteil ist lebenslang zu versteuern. Wählt man die Kapitalauszahlung, so sind 50 Prozent der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn die Auszahlung nach Vollendung des 62. Lebensjahres und mindestens zwölfjähriger Vertragsdauer erfolgt.

Kosten: Neben der Qualität der Fonds ist die Kostenbelastung der zweite wichtige Qualitätsfaktor. Dies ist unbedingt zu beachten und zu prüfen. Denn auch die Gebühren haben gravierende Auswirkungen auf das Ergebnis. Dabei sind immer zwei Kostenebenen zu berücksichtigen: für die Versicherungspolice und für die Fonds. Bei vergleichbarer Qualität der Kapitalanlage entscheiden die Kosten des Produktes über den Anlageerfolg des Vorsorgesparers.

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