München - Bei Schlüsseldiebstahl grobe Fahrlässigkeit vermutet

Bei Schlüsseldiebstahl grobe Fahrlässigkeit vermutet

Von: ddp
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München. Wird einem Auto- oder Motorradfahrer der fahrbare Untersatz gestohlen, kommt meist die Teilkaskoversicherung für den Schaden auf. Anders ist es, wenn der Dieb den Schlüssel entwendet und das Fahrzeug damit startet.

Dann besteht laut ADAC die Gefahr, dass die Versicherung dies als grobe Fahrlässigkeit einstuft, mithin der Geschädigte leer ausgeht oder sein Anspruch auf Schadenregulierung zumindest stark gekürzt wird.

„Im Grunde geht es immer darum, dass man es dem Dieb nicht zu leicht machen darf”, erläutert ADAC-Fachmann Maximilian Maurer.

Wer beispielsweise den Schlüssel in der Wohnung oder im Hotelzimmer offen liegen lasse, müsse bei einem Einbruch mit der Zahlungsverweigerung der Versicherung rechnen. Dies gelte umso mehr, wenn er beispielsweise eine ebenerdige Terrassentür zur Nachtzeit offenstehen lasse.

Grob fahrlässig handele auch, wer seinen Autoschlüssel in einem Raum ablegt, zu dem mehrere Menschen Zutritt haben, sagt Maurer. Daran ändere auch nichts, dass der Raum mit dem Schild „privat” gekennzeichnet oder der Schlüssel in einer Tasche verborgen sei. Das könne so weit gehen, dass ein mit dem gestohlenen Fahrzeug verursachter Autounfall dem Bestohlenen zur Last gelegt werde.

Die schwerste Form der Pflichtverletzung liege vor, wenn der Fahrer das Fahrzeug unbeaufsichtigt lasse, während der Schlüssel im Zündschloss oder in der Tür stecke. „Hier wird in der Regel grob fahrlässiges Verhalten angenommen”, schildert Maurer seine Erfahrungen, und „die Quote der Kürzung der Versicherungsleistung wird in solchen Fällen sehr hoch angesetzt”.

Keine negativen Folgen hat ein Autofahrer zu erwarten, wenn der Schlüssel während eines Werkstattaufenthalts abhanden kommt. Hier ist er lediglich verpflichtet, den Diebstahl der Versicherung anzuzeigen.
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