Auf Kaffeefahrten keine Direktzahlungen leisten

Von: ddp
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Halle. Bei Kaffeefahrten gibt so mancher mehr Geld aus, als er möchte. Viele Teilnehmer nehmen sich zwar fest vor, nur den Tagesausflug zu genießen und nicht auf die Tricks der Verkäufer hereinzufallen - „aber die Mitarbeiter sind psychologisch geschult und wissen, wie sie die Leute rumkriegen”, warnt Simone Meisel, Referentin Recht bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle.

Die Masche, Kunden mit günstigen Busausflügen zu ködern und ihnen dann unterwegs oft überteuerte Produkte aufzuschwatzen, ist alt. Die Köder sind jedoch neu: „Die Veranstalter versenden jetzt vermehrt Gewinnbenachrichtigungen, in denen die Empfänger sehr persönlich angesprochen werden.” Oft nehme das Schreiben Bezug auf ein Gewinnspiel, an dem der Betroffene tatsächlich teilgenommen hat. Den Preis bekomme man im Rahmen eines Tagesausflugs überreicht, heißt es.

Doch auf ihren Gewinn warten die meisten Teilnehmer am Ausflugstag vergebens. Statt dessen werden ihnen beispielsweise Wunderpillen oder Magnetdecken zum Kauf angeboten. „Seine Einwilligung zu einem Vertrag, der auf so einer Veranstaltung abgeschlossen wurde, kann man innerhalb von 14 Tagen widerrufen”, betont Meisel. Diese Frist verlängert sich sogar, wenn der Verbraucher nicht oder fehlerhaft über sein Widerrufsrecht belehrt wird.

Dass viele Kunden von den Verträgen zurücktreten, sobald sie wieder zu Hause sind, ist den Veranstaltern allerdings klar. „Sie versuchen deshalb, sich das Geld auf anderem Wege zu sichern”, sagt Meisel. Bucht man beispielsweise auf der Kaffeefahrt eine Urlaubsreise, verlangt der Verkäufer eine Beratungs- und Servicegebühr, die sofort bezahlt werden muss.

„Tritt der Kunde später vom Reisevertrag zurück, ist es fast aussichtslos, diese Gebühr außergerichtlich zurückzubekommen - denn oft fehlt auf der Quittung der Hinweis, wer genau der Empfänger dieses Geldes war”, sagt die Juristin.

Grundsätzlich sei es immer einfacher, ein ungewolltes Geschäft rückgängig zu machen, wenn man noch nicht bezahlt hat, betont die Verbraucherschützerin. Da die Veranstalter inzwischen auch auf Kartenzahlung eingestellt sind, empfiehlt Meisel, zu solchen Ausflügen erst gar keine EC-Karte mitzunehmen. „Außerdem sollte man möglichst nichts unterschreiben”, betont sie.

Der eigentliche Ausflug falle bei solchen Kaffeefahrten allerdings ohnehin oft extrem bescheiden aus. „Eine schöne Tagesfahrt kann man auch bei örtlichen Reiseveranstaltern für wenig Geld buchen”, sagt Simone Meisel. Wenn man wirklich etwas sehen wolle, sei dies die bessere Alternative.

Bei Fragen und Problemen zum Thema Kaffeefahrten kann man sich an die örtliche Verbraucherzentrale wenden. Adressen gibt es im Internet unter http://www.verbraucherzentrale.de
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