Aachen - Auf Bereitstellungszinsen achten

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Auf Bereitstellungszinsen achten

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn der Bau der neuen Immobilie sich verzögert, ist das gleich doppelt ärgerlich: Denn nicht nur der Einzug verzögert sich, sondern auch die Baufinanzierung kann teurer werden.

Immobilienkäufer und Häuslebauer sollten bei der Baufinanzierung nicht nur auf optimale Zinsbindung, Tilgungshöhe und günstige Konditionen achten. Wichtig ist zugleich, dass bei einer Verschiebung des Erwerbszeitpunkts bzw. bei verspätetem Baustart keine Zusatzzinsen anfallen. Wer ein fertiges Objekt kauft, kennt in der Regel die Kaufpreisfälligkeit. Wer baut, weiß hingegen nie ganz genau, wann das Objekt bezugsfertig sein wird, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Baugeldvermittlers Interhyp. Bauherren sollten deshalb bei der Wahl ihrer Baufinanzierung auf ein Kreditangebot zurückgreifen, das bei verspäteter Kreditabnahme möglichst lange keine Zinsen erhebt.

Häufig 0,25 Prozent Bereitstellungszins pro Monat

Verzögert sich der Baubeginn eines Neubauprojekts, können sich diejenigen Immobilienkäufer glücklich schätzen, deren Baufinanzierung eine lange bereitstellungszinsfreie Zeit beinhaltet. In der Regel fordert die Bank nach Ablauf von zwei oder drei Monaten einen Obolus für die Bereitstellung des Baudarlehens, auch wenn der Eigentümer das Geld noch gar nicht benötigt. Die Bereitstellungszinsen liegen häufig bei 0,25 Prozent pro Monat. Sie fallen auf die gesamte Höhe des noch nicht abgerufenen Kredits an. Bei einem Baudarlehen über 250.000 Euro sind dies immerhin 625 Euro pro Monat. Binnen sechs Monaten summieren sich die Zusatzkosten auf 3.750 Euro.

Bis zu zwölf Monate kostenlos

Räumt das Kreditinstitut eine möglichst lange, zinsfreie Bereitstellungszeit ein, können Bauherren viel sparen. Am Markt finden sich heute zahlreiche Banken, die längere Zeit keine Bereitstellungszinsen nehmen. So verzichten zum Beispiel ING-Diba, Sparda Bank West und Volksbank Münster bis zu sechs Monate auf den Zinsaufschlag. 1822 direkt und die PSD Banken Rhein-Ruhr sowie Westfalen-Lippe halten sich sogar zwölf Monate lang zurück. Lange Bereitstellungszeiten ohne Zinsaufschlag erlauben auch Versicherer. Allianz-Kunden, die ein neues Haus bauen, bleiben zehn Monate von Extrazinsen verschont, Ergo-Kunden immerhin zwölf Monate. Sehr großzügig zeigt sich die Universa Versicherung, die für ihre Baufinanzierung erst ab dem 16. Monat Bereitstellungszinsen berechnet.

Weniger Spielraum genießen dagegen Kunden der Commerzbank. Wer bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank eine Baufinanzierung abschließt, der wird bereits ab dem 61. Tag mit Bereitstellungszinsen von 0,25 Prozent pro Monat konfrontiert. Um Kosten zu sparen, empfiehlt Kreditexperte Goris, bei ansonsten gleichen Konditionen eher die Bank zu wählen, die mehr kostenlosen Spielraum beim Baufortschritt lässt.

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