Auch bei Kleinigkeiten rechtfertigt ein Diebstahl die Kündigung

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Herford. Auch Kleinigkeiten wie Büromaterial darf kein Arbeitnehmer einfach „mitgehen” lassen. Solche Bagatelldiebstähle rechtfertigen eine Kündigung, selbst wenn der Schaden für den Arbeitgeber überschaubar ist.

Das gilt grundsätzlich auch für ältere, schon gebrauchte Gegenstände, die dem Arbeitgeber gehören. Daran ändere sich nach dem Urteil des Arbeitsgerichts Mannheim vom heutigen Donnerstag nichts, sagte Paul-Werner Beckmann, Arbeitsrechtler in Herford, in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Die Mannheimer Richter bewerteten die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers als „unverhältnismäßig”, der bei einer Entsorgungsfirma beschäftigt war und dort ein altes Kinderbett mit nach Hause genommen hatte, ohne den Arbeitgeber zu fragen,

Diebstahl oder Unterschlagung seien prinzipiell ein Grund für eine ordentliche, in schweren Fällen auch für eine fristlose Kündigung, sagte Beckmann. „Aber immer ist der Einzelfall zu berücksichtigen. Natürlich macht es einen Unterschied, ob jemand zehn Euro aus der Kasse klaut oder etwas aus der Mülltonne holt”, erläuterte der Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Dabei spielen auch der bisherige Verlauf des Arbeitsverhältnisses und die Dauer der Beschäftigung eine Rolle.”

Wie hart den Mitarbeiter eine Kündigung trifft und wie er sich angesichts der Vorwürfe verhält, sei ebenfalls zu berücksichtigen. Hat der Arbeitnehmer beispielsweise gelogen, um den Vorgang zu vertuschen? Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel einen Kugelschreiber aus dem Mülleimer wieder herausholt, den sein Chef bereits weggeworfen hat, sei das kein Grund für eine fristlose Kündigung, sagte Beckmann. Aber kein Arbeitgeber könne zulassen, dass Diebstahl in seinem Betrieb erlaubt ist, auch wenn es nicht um erhebliche Werte geht. „Das gilt auch für Kopierpapier”, sagte Beckmann.
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