Arbeitszeitkonten sind auch bei geringfügiger Beschäftigung erlaubt

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
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Berlin. Die Regeln für Minijobs sind auf den ersten Blick einfach. Wer als geringfügig Beschäftigter höchstens 400 Euro im Monat verdient, braucht weder Sozialabgaben noch Steuern zu bezahlen.

Der Arbeitgeber entrichtet statt dessen einen Pauschalbeitrag an die Minijobzentrale, den er teilweise auf den Minijobber überwälzen kann.

Komplizierter wird es jedoch, wenn Minijobber mal mehr und mal weniger zu tun haben. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die 400-Euro-Grenze auf Jahressicht eingehalten werden muss. Mehr als 4800 Euro dürfen geringfügig Beschäftigte im Kalenderjahr also nicht verdienen. Außerdem darf der Lohn nur zweimal im Jahr über 400 Euro liegen.

Die Jahresgrenze von 4800 Euro gilt zudem nur dann, wenn Minijobber tatsächlich für zwölf Monate beschäftigt sind. Monate, in denen geringfügig Beschäftigte nicht arbeiten, müssen anteilig von der Entgeltgrenze abgezogen werden. Für einen auf beispielsweise sechs Monate angelegten Minijob dürfen Arbeitgeber höchstens 2400 Euro zahlen. Diese Regelung lässt sich auch nicht dadurch umgehen, Minijobber formal für zwölf Monate zu beschäftigen, sie tatsächlich aber von der Arbeit frei zu stellen, so bald sie den erlaubten Höchstbetrag von 4800 Euro verdient haben.

Allerdings können Arbeitgeber für geringfügig Beschäftigte dank einer Neuregelung aus dem vergangenen Jahr ein Arbeitszeitkonto einrichten, das Mehrarbeit in beschränktem Umfang ermöglicht. Minijobber, die beispielsweise laut Arbeitsvertrag 400 Euro monatlich bei 40 Stunden Arbeitszeit verdienen, dürfen auch 50 Stunden arbeiten. Das Guthaben von 10 Stunden wird dann dem Arbeitszeitkonto gut geschrieben. Allerdings darf auf dem Konto nur so lange eingezahlt werden, bis die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit für einen Monat erreicht ist.

Zu berücksichtigen ist außerdem, das Guthaben auf Arbeitszeitkonten voll zum Jahresentgelt zählen. Arbeitnehmer, die in einem Kalenderjahr bereits 4700 Euro verdient haben, Ende Dezember aber noch über ein Zeitguthaben von umgerechnet 200 Euro verfügen, sind nicht mehr geringfügig beschäftigt. Ihr Arbeitgeber muss dann nachträglich Sozialversicherungsbeiträge abführen.
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