Berlin - Arbeitgeber dürfen nicht nach Krankheitsgrund fragen

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Arbeitgeber dürfen nicht nach Krankheitsgrund fragen

Von: dpa
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Die Krankschreibung vom Arzt braucht ein Arbeitnehmer erst nach drei Tagen - dem Chef muss er allerdings sofort mitteilen, wenn er krank zu Hause bleibt. Foto: dpa

Berlin. Sogenannte Krankenrückkehrgespräche sind grundsätzlich erlaubt. Arbeitgeber dürften dabei von Mitarbeitern aber keine Angaben zum Grund der Erkrankung verlangen, sagte Martina Perreng vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. Auch wissen zu wollen, ob die Erkrankung die gleiche Ursache hatte wie bei früheren Krankheitsfällen, sei arbeitsrechtlich nicht in Ordnung. „Ausforschende Fragen zum Hintergrund der Krankheit sind nicht akzeptabel”, so die Juristin in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

„Der Arbeitgeber kann ein solches Gespräch auch nicht anordnen.”

Krankenrückkehrgespräche könnten als Bestandteil eines betrieblichen Gesundheitsmanagements aber durchaus sinnvoll sein. Wenn es beispielsweise Anzeichen dafür gibt, dass die Erkrankung auf die Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist und der Arbeitgeber etwas daran ändern möchte, seien die Informationen des Arbeitnehmers dafür unter Umständen ausgesprochen nützlich. In einem solchen Zusammenhang seien diese Gespräche arbeitsrechtlich kein Problem, sagt Perreng. „Das Gespräch muss dann aber auch so angelegt sein, dass es darum geht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.” Gesetzlich sei allerdings nicht geregelt, wie Krankenrückkehrgespräche geführt werden sollten.

Ob und wie lange ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt fehlt, wird automatisch erfasst. Der Arbeitgeber dürfe auch die durchschnittlichen Fehlzeit der Belegschaft ermitteln und sie betriebsintern öffentlich machen. „Aber er darf nicht einzelnen Mitarbeitern damit drohen, dass sie häufiger als der Durchschnitt fehlen”, sagt die Arbeitsrechtsexpertin. „Es ist auch kein Kündigungsgrund, wenn jemand überdurchschnittlich oft krank war.”

Bereits Anfang April war bekanntgeworden, dass der Discounter Lidl Akten mit Daten über Erkrankungen seiner Mitarbeiter geführt hatte. In der vergangenen Woche kam heraus, dass auch im Daimler-Werk in Bremen Krankendaten illegal erfasst wurden. Zuletzt gab es Vorwürfe gegen die Drogeriekette Müller, dort müssten sich Beschäftigte nach einer Erkrankung regelmäßig über die Hintergründe befragen lassen.

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