Elmshorn - Als Selbstständige eine gute Rente

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Als Selbstständige eine gute Rente

Von: Oliver Mest, ddp.djn
Letzte Aktualisierung:

Elmshorn. Freiberufler und Selbstständige müssen bis auf wenige Ausnahmen nicht in die gesetzliche Rente einzahlen. Sie können selbst bestimmen, wie sie ihre Altersvorsorge aufbauen. Dabei können sie aus einer Reihe von Bausteinen wählen.

Zunächst einmal sollten vorhandene gesetzliche Rentenansprüche gesichert werden. Nicht wenige Selbstständige waren vor der Existenzgründung angestellt und haben damit auch Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt. Damit das eingezahlte Geld nicht verloren geht, müssen Selbstständige die Mindestversicherungszeit von 60 Monaten erreichen. Ist das noch nicht der Fall, sollten sie freiwillig Beiträge nachzahlen.

Ohne die Mindestversicherungszeit verfällt der Anspruch auf die Rente. Selbstständige können sich dann nur noch für die Erstattung eingezahlter Rentenbeiträge entscheiden. Doch die eingezahlten Beiträge werden nur mit Abschlägen und ohne Verzinsung ausgezahlt. Folglich dürfte sich dieser Weg kaum lohnen.

Nicht aus den Augen geraten sollte zudem die staatliche Förderung. Die Rürup-Rente ist extrem unbeliebt - aber das völlig zu Unrecht. Für Selbstständige ohne weitere Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung oder über berufsständische Versorgungseinrichtungen besteht auf diesem Weg immerhin die Möglichkeit, bis zu 20.000 Euro jährlich steuerbegünstigt in die private Vorsorge zu investieren.

Derzeit werden die Beiträge zwar nur zu 70 Prozent angerechnet, trotzdem können bei einem Spitzenverdiener Beiträge von jährlich rund 6000 Euro etwa 1800 Euro Steuervorteil bringen. Und ab 2025 sind die Beiträge vollständig absetzbar. Dann erhöht sich der mögliche Steuervorteil auf rund 2500 Euro im Jahr.

Nominell sind die Renten dafür bei Rentenbeginn zwar steuerpflichtig, allerdings zu 100 Prozent erst ab 2040. Aktuell werden 60 Prozent der ausgezahlten Rürup-Rente besteuert. Doch Steuerpflicht heißt nicht, dass auch tatsächlich Steuern gezahlt werden müssen. Wer 2025 in Rente gehen wird, muss mit einem Besteuerungsanteil von 85 Prozent rechnen. Inklusive aller möglichen Abzüge und des steuerfreien Existenzminimums könnte dann insgesamt weit über 13.000 Euro Rente steuerfrei bleiben, wenn man nur eine Rürup-Rente bekäme.

Um auch mit einer garantierten Rente rechnen zu können, sollte auf jeden Fall auf eine klassische Rürup-Rentenversicherung gesetzt werden und nicht auf die Fonds-Variante. Denn die bietet bei einem Investment in Investmentfonds zwar eine höhere Renditechance. Eine Gewähr, dass die Fonds nicht auch schlecht laufen und die Rente verhageln, gibt es aber nicht.

Neben der finanziellen Sicherheit darf es gerne auch etwas für die Rendite sein. Für eine optimale Rendite sollte ein fondsbasierter Riester-Vertrag abgeschlossen werden. Der wird zwar bei Selbstständigen meist nicht gefördert. Dennoch kommt man in den Genuss von Steuervorteilen bei der Auszahlung. Dabei gelten dieselben Regeln wie bei Lebensversicherungen.

Außerdem greift die Abgeltungssteuer nicht, so dass sich der Zinseszins-Effekt voll entfalten kann. Vor allem aber ist das Kapital garantiert - auch bei einem Börsen-Investment sind Verluste also ausgeschlossen.
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