München - Absage auf Bewerbung nicht persönlich nehmen

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Absage auf Bewerbung nicht persönlich nehmen

Von: dpa
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Bewerber dürfen sich von Absagen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Foto: dpa

München. Bewerber dürfen sich von Absagen nicht aus dem Konzept bringen lassen. „Nehmen Sie Absagen nicht persönlich”, empfahl die Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München.

Viele machten den Fehler, bei jeder Absage gleich ins Grübeln zu geraten und an sich und ihrer Bewerbung zu zweifeln. Das sei aber genau die falsche Reaktion: „Lassen Sie sich nicht beirren und bleiben Sie Ihrem Ziel treu.”

Oft machten Bewerber nach einigen vergeblichen Versuchen einen fatalen Denkfehler, erläuterte Leitner: Sie führten ihren Misserfolg darauf zurück, dass sie womöglich zu anspruchsvoll bei der Stellensuche sind. Viele sagten sich dann: „Ich muss einfach flexibler werden.” Daraufhin suchen sie nicht mehr gezielt nach geeigneten Stellen für sich, sondern denken sich bei jeder Anzeige: „Könnte das nicht auch etwas für mich sein? Ich bin doch lernfähig!”

Das führt dazu, dass sich Menschen auf Angebote bewerben, die eigentlich nicht zu ihnen passen. Damit begeben sie sich aber in einen Teufelskreis: Denn ihre Chancen steigen auf diese Weise nicht - sie sinken immer mehr. „Je stärker Sie vom Anforderungsprofil abweichen, desto weniger Chancen haben Sie, aus einem Stapel von Mitbewerbern ausgewählt zu werden”, erklärte Leitner. Mancher bewerbe sich in blindem Aktionismus schließlich verzweifelt auf alles - und zwar vergeblich. „Statt sich zu fokussieren, kriegen die dann immer absurdere Ideen. Ein ehemaliger kaufmännischer Leiter bewirbt sich zum Beispiel auf eine Stelle als einfacher Sachbearbeiter. Der gilt dann als überqualifiziert und scheidet aus.”

Auf die häufiger werdenden Misserfolge reagierten einige Bewerber dann mit noch mehr Selbstkritik. Statt die Zielrichtung neu zu justieren, schrauben sie ihre Ansprüche weiter herunter. So sagten sie sich etwa: „Ich würde auch beim Gehalt zurückstecken und für einen Job an einen anderen Ort ziehen!” Durch solches Zurückstecken machen sich Bewerber aber nur selbst unglücklich. Denn wenn die Jobsuche dann immer noch nicht klappt, ist der Frust umso größer. Das könne sich zum regelrechten „Ablehnungstrauma” und einer handfesten Depression auswachsen, warnte Leitner. Irgendwann resignierten Bewerber dann und dächten „Ich habe alles getan, nichts hat genützt”.

Um solchem Frust vorzubeugen, sollten Bewerber sich klarmachen, wie in vielen Firmen mit Bewerbungen umgegangen wird. Dort stapelten sich oft die Bewerbungsmappen, wenn eine Stelle ausgeschrieben wird. Davon werde nur ein Bruchteil überhaupt näher angeschaut. Es liege daher oft nicht an mangelnder Eignung, wenn Bewerber eine Absage erhalten. Vielmehr sei es normal, dass mitunter selbst gute Kandidaten frühzeitig aus dem Rennen um einen Job ausscheiden.

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