Gütersloh - Zuwandererkinder besuchen seltener die Kita

Zuwandererkinder besuchen seltener die Kita

Von: dpa
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Kinder aus Zuwandererfamilien besuchen seltener eine Kindertagesstätte als der deutsche Nachwuchs.

Gütersloh. Kinder von Ausländern gehen seltener in die Kita als die Kleinen aus deutschen Familien. Dabei gibt es allerdings ein starkes regionales Gefälle, wie ein Vergleich der westdeutschen Länder zeigt, den die Bertelsmann Stiftung am Montag veröffentlichte.

Demnach schneiden Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen besonders gut ab, Schlusslicht in der Studie ist mit großem Abstand Schleswig-Holstein. Bundesweit besuchen 93 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen aus deutschen Familien eine Kindertagesstätte, aber nur 84 Prozent der gleichaltrigen Kinder aus Zuwanderer-Familien.

Spitzenreiter ist laut der Stiftung das Land Baden-Württemberg, wo 94 Prozent der Migrantenkinder und 95 Prozent der Kinder ohne Zuwanderungsgeschichte in eine Kita gehen. Auch in Nordrhein- Westfalen liegt die Schere bei nur vier Prozentpunkten (88 Prozent zu 92 Prozent).

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sprach in Düsseldorf von einem Erfolg: „Die Bemühungen der Landesregierung für eine bessere Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in unsere Gesellschaft sind überaus erfolgreich.” NRW sei ein „Muster-Land”. In Schleswig-Holstein fiel die Bilanz schlechter aus: 91 Prozent der deutschen Kinder kommen im Norden in die Kita - aber nur 60 Prozent der Kinder von Ausländern.

Die Bertelsmann-Stiftung plädiert angesichts dieser Zahlen für mehr Chancengleichheit in der Bildung. „Wir müssen die Barrieren abbauen, die Kinder aus Zuwandererfamilien heute vom Besuch einer Kindertageseinrichtung fernhalten”, sagte Vorstandsmitglied Jörg Dräger. Das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld sei der falsche Anreiz. Die Zahlen der Studie gelten für das Jahr 2008.

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