Zahl der Sorgerechtsentziehungen in NRW gestiegen

Von: ddp-nrw
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Die Zahl der Sorgerechtsentziehungen ist in Nordrhein-Westfalen 2009 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte, haben die Gerichte 2009 in 3556 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet. Das seien 10,8 Prozent mehr Fälle als 2008 gewesen.

Für 2956 dieser Kinder und Jugendlichen wurde den Angaben zufolge das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, 2008 hatte es noch 2403 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben. In 600 Fällen (2008: 806) übertrugen die Gerichte das Sorgerecht einer Einzelperson oder einem Verein.

Nach Paragraf 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) können die Gerichte den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge anordnen, wenn bei Nichteingreifen des Gerichts mit einiger Sicherheit dem Kind ein Schaden droht.

Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Laut Landesamt bearbeiteten im Jahr 2009 die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen außerdem 17.782 Sorgeerklärungen; das waren 4,1 Prozent mehr als 2008.

Die Sorgeerklärung ist eine spezielle Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen. Mit der Abgabe der Sorgerechtserklärung vor einer Urkundsperson steht das elterliche Sorgerecht dem BGB zufolge beiden Eltern gemeinsam zu.
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