Winterurlaub mit Babys und Kleinkindern: Nicht zu sportlich

Von: Elke Gersmann, dapd
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Winterurlaub Kind Schlitten
Eine Familie mit Kleinkind geht am Reitstieg bei Braunlage durch den verschneiten Nationalpark Harz. Prinzipiell spricht nichts gegen einen Winterurlaub mit dem Nachwuchs - solange es nicht allzu sportlich wird. Foto: dapd

München. Es spricht prinzipiell nichts dagegen, dass Familien mit Babys und Kleinkindern Urlaub im Schnee machen. Wintersport kann und sollte man dann jedoch nur eingeschränkt betreiben, sagt Rudi Salger vom Deutschen Alpenverein.

„Kleine Kinder reagieren sehr empfindlich auf Kälte, diese kann für sie unter Umständen gefährlich werden.” Gemütliches Winterwandern ist die beste Art, gemeinsam den Schnee und die frische Luft zu genießen. In einigen Wintersportorten gibt es präparierte Wanderwege, die auch für Kinderwagen geeignet sind.

Allerdings ist das von der jeweiligen Schneelage abhängig. Die bessere Variante sei ein Schlitten. „Es gibt Vorrichtungen, mit denen eine Babyschale sicher auf einem Schlitten oder Bob befestigt werden kann und spezielle Schlittenaufsätze”, sagt der Experte. Wichtig sei, dass das Kind rundum vor der Kälte geschützt wird. Bewährt haben sich laut Salger das Zwiebelprinzip und Fellsäcke. Vor frostigen Temperaturen von unten schützen eine Isomatte oder ein Lammfell. Aufkommenden Wind kann ein Regencape abhalten.

Nicht länger als eine Stunde

Salger rät dazu, mit den Kleinen am Tag mehrere kurze Ausflüge in die Winterlandschaft zu machen, statt einen langen. „Länger als eine Stunde sollte man sich draußen nicht aufhalten.” Das gelte jedoch nur bei Temperaturen bis minus fünf Grad Celsius und weitgehend windstillem Wetter. Ist es kälter und weht ein kräftiger Wind, sollten Kleinkinder besser nicht oder nur für kurze Zeit hinaus. Von einer Kraxe rät Salger weitgehend ab: „Die Kinder sind dem Wind ausgesetzt und die Beine und Arme hängen frei. Das fördert die Unterkühlung.” Wer sein Kind gerne tragen möchte, könne auf ein Tragetuch zurückgreifen. Allerdings, sagt der Winter-Experte, sollte das Baby dann mit unter die Jacke.

Langlaufende Eltern können ihr Kind auf einem Loipenschlitten hinter sich herziehen. Wichtig ist, dieses mit dem leeren Schlitten auszuprobieren und sich mit der ungewohnten Belastung vertraut zu machen. „Auch hier sollte man bedenken, dass das Kind in Fahrtrichtung sitzt und einigen Wind abbekommt.” Es sollten nur kurze Touren sein. Zudem mache es dem Kind eventuell auch nicht so richtig Spaß.

Nicht mit der Kraxe auf die Piste

Mit Kraxe und Kind auf dem Rücken auf die Piste zu gehen, davon rät Skiausbilder Salger ab. Abgesehen vom hohen Unfallrisiko bestehe die Gefahr einer starken Unterkühlung, die durch den Fahrtwind und die Bewegungslosigkeit begünstigt werde. „Das Kind kann durch die regelmäßigen Bewegungen beim Skifahren einschlafen. Man erkennt dann nicht mehr, wie es ihm geht.” Im schlimmsten Fall könne es an der Unterkühlung sterben: „Wir haben so etwas in unserem Skigebiet leider schon erlebt.” Wer Wintersport betreiben möchte, dem rät Salger, sich abzuwechseln oder - wenn das Kind alt genug ist - bei der Entscheidung für einen Wintersportort auf Kinderbetreuungsangebote zu achten.
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