Berlin - Wesentliche Aussagen des Familienreports 2010

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Wesentliche Aussagen des Familienreports 2010

Von: dpa
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Familien
Gemeinsame Zeit für die Familie ist den meisten jungen Eltern in Deutschland wichtiger als Geld. Foto: dpa

Berlin. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat am Dienstag in Berlin den neuen Familienreport vorgestellt. Er betrachtet die Lage von Familien in Deutschland.

Einige wesentliche Aussagen:

FAMILIENERNÄHRER: Der Anteil der Männer, die alleine das Geld nach Hause bringen, nimmt sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands ab. Frauen tragen heute einen größeren Anteil zum Haushaltseinkommen bei als noch vor 15 Jahren. Dies trifft vor allem auf ostdeutsche Frauen zu. Sie gehen häufiger einer Erwerbstätigkeit nach als die Frauen im Westen. Allerdings ernähren viele Frauen auch unfreiwillig die Familie, weil ihr Partner arbeitslos ist.

KINDERBETREUUNG: Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist am besten in Sachsen-Anhalt geregelt. Hier besuchen 55,1 Prozent eine Kindertageseinrichtung. Im bundesweiten Vergleich folgen Mecklenburg- Vorpommern (49,6 Prozent) und Brandenburg (48,3 Prozent). Die Schlusslichter bilden Bremen (13,8 Prozent), Niedersachsen (12 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11,6 Prozent). Insgesamt ist die Betreuung von kleinen Kindern in den neuen Bundesländern aus DDR- Tradition nach wie vor deutlich besser als in den alten Bundesländern.

ERZIEHUNGSPROBLEME: Befragt nach Erziehungsproblemen führen die Eltern am häufigsten an, dass Kinder zu unordentlich sind und zu viel vor dem Fernseher sitzen. Dass die Sprösslinge zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, führen vor allem die Eltern von Jugendlichen an.

ZEIT FÜR FAMILIE: 40 Prozent der Väter mit Kindern unter 18 Jahren geben an, dass sie nicht genügend Zeit für ihre Familie haben. Bei den Müttern stimmen dieser Aussage 29 Prozent zu. Als Gründe für den Zeitmangel in der Familie nennen ein Fünftel der Mütter und mehr als ein Drittel der Väter die starke berufliche Belastung.

HAUSARBEIT: Kochen, Putzen, Einkaufen - diese Arbeit übernehmen nach wie vor überwiegend die Frauen. Je mehr Kinder im Haushalt leben, desto eher sind die Rollen traditionell verteilt.

ARMUT: Besonders armutsgefährdet sind nach wie vor Kinder von Alleinerziehenden, aus Familien mit ausländischen Wurzeln und Kinder in Familien mit vielen Geschwistern. In großen Familien ist das Armutsrisiko für die Kinder mehr als doppelt so hoch wie in Familien mit bis zu zwei Kindern.

ALLEINERZIEHENDE: Von den 8,4 Millionen Familien mit Kindern unter 18 Jahren sind 1,6 Millionen alleinerziehend. Das ist etwa jede fünfte Familie. Damit ist der Anteil in den vergangenen Jahren gestiegen. Etwa jedes sechste Kind unter 18 Jahren wächst heute bei einem alleinerziehenden Elternteil auf.

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