Frankfurt/Main - Trotz Weihnachtsdienst die Feiertage genießen

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Trotz Weihnachtsdienst die Feiertage genießen

Von: Maria da Silva, dapd
Letzte Aktualisierung:
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Kommen Weihnachtsgeschenke nicht gut an, werden sie nach dem Fest umgetauscht - ein Recht darauf haben Kunden aber nicht.

Frankfurt/Main. Die Welt steht an Weihnachten nicht still. Auch während der Feiertage müssen Kranke versorgt, Restaurantgäste bewirtet und Busse gelenkt werden.

Zu arbeiten, während alle anderen das Fest genießen, ist nicht ganz leicht. „Viele fühlen sich schlecht und hadern mit dieser Situation. Manche entwickeln gar Neid”, weiß Hermann Refisch, Managementberater und Coach aus Frankfurt am Main.

Er empfiehlt Betroffenen, ihre Weihnachtssehnsucht erst einmal mit der Realität abzugleichen. „Man kann sich beispielsweise daran erinnern, dass die letzten Weihnachtsfeste im Familienkreis eigentlich immer im Streit endeten”, sagt der Diplom-Psychologe. Hilfreich sei auch, sich zu fragen, ob man mit Weihnachten überhaupt tiefere persönliche Werte verbindet - oder ob man eigentlich andere Prioritäten hat, etwa den Dienst am Menschen oder möglicherweise das üppige Trinkgeld während der Weihnachtstage.

Weihnachtsdienst kann ganz besonders erfüllend sein

Manchmal ist es zudem besonders erfüllend, an Weihnachten seinen Job zu machen: „Als Taxifahrer freut man sich vielleicht an den fröhlichen Gesichtern, die man von A nach B fährt”, sagt Refisch. Und wer im Seniorenheim oder im Krankenhaus anderen eine schönes Fest bereite, könne auch das genießen. „Man könnte sich sagen: Wenn ich an Weihnachten schon arbeiten muss, dann gebe ich mir ganz besonders viel Mühe und freue mich dann an der Freude meiner Kunden”, sagt Angelika Gulder, Karriereberaterin aus dem hessischen Hofheim.

Zudem helfe es, sich klar zu machen, dass Feiertagsarbeit nun mal Teil des Jobs ist, den man für sich ausgewählt hat und an dem man ja auch Freude hat. Ein weiterer guter Gedanke könne sein, dass durch den eigenen Einsatz ein Kollege die Möglichkeit hat, mit seinen Kindern zu feiern, sagt die Diplom-Psychologin.

Die Feiertage am Arbeitsplatz zu verbringen, kann auch seinen Reiz haben, betont Hermann Refisch. Beispielsweise ließen sich die meist deutlich ruhigeren Arbeitstage dazu nutzen, mal in aller Ruhe aufzuräumen oder mit anderen zu plaudern. „Man kann es sich gemeinsam mit den Kollegen, die ebenfalls Dienst haben, auch im Büro ein bisschen schön machen”, ergänzt Angelika Gulder. Oft fühle man sich in dieser Zeit besonders verbunden, wie eine eingeschworene Gemeinschaft.

Bescherung am Arbeitsplatz

Um am Arbeitsplatz Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, könne man beispielsweise eine Kerze aufstellen - sofern das die Sicherheitsvorschriften gestatten - oder Weihnachtsmusik einlegen, schlägt Gulder vor. Oder man nimmt Geschenke mit an den Arbeitsplatz und veranstaltet eine kleine Bescherung. „Allerdings sollte man sich gut überlegen, was einem gut tut”, ergänzt Hermann Refisch. Manchen mache das Kerzenlicht eher noch wehmütiger, weil es ihn daran erinnere, was er gerade verpasse.

Zum Trost verweist der Experte auf die Tatsache, dass sich Weihnachten über mehrere Tage erstreckt. Man könne die Feier daher unter Umständen auch auf einen der anderen Feiertage verlegen. Falls vor allem die Kinder auf eine Bescherung am 24. bestehen, könne man diese möglicherweise schon am Nachmittag, vor der Nachtschicht, stattfinden lassen. Oder die Kleinen bleiben mal etwas länger wach, um mit dem Auspacken bis zu Mamas oder Papas Feierabend zu warten. „Irgendwo lässt sich bestimmt ein Zeitfenster finden”, betont Hermann Refisch.

Wichtig sei, die verschobene Weihnachtsfeier dann auch zu genießen. „Anstatt einer verlorenen Chance nachzujammern, sollte man sich an dem freuen, was man hat”, sagt Refisch. Außerdem könne der Gedanke an die vielen Weihnachtsfeste trösten, die man noch vor sich hat. „Meistens wechseln sich die Kollegen mit dem Weihnachtsdienst ja von Jahr zu Jahr ab”, erinnert Angelika Gulder.
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