Tipps für Brautpaar und Gäste: So gelingt der Hochzeitstag

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Jetzt ist alles erledigt: Am Hochzeitstag hat das Paar nur noch die Aufgabe, die Stunden zu genießen. Foto: dpa

Berlin. An einem Tag im Leben muss wirklich alles stimmen: Unruhe, Streit und Stress sollten am Hochzeitstag tabu sein, Tränen nur aus Freude fließen. Allzu oft wird es dann aber doch anstrengend - für das Brautpaar oder einzelne Gäste. Einige Regeln helfen bei einem reibungslosen Ablauf.

Planung ist das A und O bei einer Hochzeit. Auch wenn es widersprüchlich scheint: „Erst eine präzise Planung ermöglicht Lockerheit”, sagt Nandine Meyden, Etikette-Trainerin aus Berlin. „Bei so vielen Gästen geschieht genug Unerwartetes, das einer spontanen Entscheidung bedarf. Kommen dazu noch unerledigte Dinge, die eigentlich vorher hätten entschieden werden müssen, gibt es oft Stress und Enttäuschungen.” Das soll nicht sein am Hochzeitstag.

Dennoch sollte vieles delegiert werden, rät Meyden. Vom Programmablauf über die Auswahl der Musik bis hin zur Gestaltung der Deko können Helfer eine Menge übernehmen. Wohl dem, der das Geld dafür hat: Profis kennen sich nicht nur besser aus, sondern werden für die Arbeiten auch bezahlt. Für Freunde und Bekannte kann die Vorbereitung auch zur Bürde werden: „Eine Hochzeit auf dem Rücken anderer auszutragen, ist nicht fair”, findet Meyden. Einige Punkte kann dem Brautpaar ohnehin niemand abnehmen.

Dazu zählt das Erstellen der Gästeliste. Beleidigte Familienmitglieder, die den einen oder anderen aus ihren Reihen vermissen, können die Stimmung am Tag der Tage vermiesen. Gleiches gelte für Saufkumpane oder Verflossene. „Man sollte sich zweimal überlegen, solche Gäste einzuladen”, sagt die Hochzeitsexpertin und Autorin Alexandra Dionisio aus Berlin. „Beides verspricht Probleme.”

Bei der Tischordnung ist eine klare Ansage von Vorteil. „Mit der Freiheit der eigenen Platzwahl sind die Gäste überfordert”, warnt die Etikette-Trainerin Elisabeth Bonneau aus Freiburg. Außerdem käme es sonst automatisch zu den altbekannten Grüppchen, fügt Meyden hinzu. Damit sich die Gäste aber wirklich wohl fühlen, ist Fingerspitzengefühl gefragt: „Setzen Sie Gäste zusammen, die sich kennenlernen sollen - oder solche, die sich für ähnliche Dinge interessieren”, rät Dionision. „Der richtige Tischnachbar trägt dazu bei, dass es am Tisch vergnüglich zugeht.”

Mit solchen Planungen ist die Pflicht des Brautpaares dann allerdings weitgehend abgeschlossen. Es kann nicht auch noch am Hochzeitstag selbst für gute Stimmung sorgen: „Gute Laune ist Pflicht für die Gäste”, fordert Meyden. Dazu gehöre selbstverständlich, nicht am Essen zu mäkeln, schwelende Konflikte mit anderen an diesem Tag ruhen zu lassen und niemanden unangemeldet mitzubringen. „Nicht einmal einen Hund”, betont die Etikette-Fachfrau. Ein weiteres, von allen Gästen unbedingt zu befolgendes Gebot sei die Pünktlichkeit: Das Brautpaar an seinem wichtigsten Tag warten zu lassen, sei eine Unverschämtheit, so Meyden. „Das kann man nicht anders bezeichnen als rücksichtslos und gemein.”

Auch ein ausformulierter Dresscode auf der Einladung ist mehr als eine Empfehlung: „Wer Gast einer Hochzeit ist, muss sich an die Spielregeln halten”, erklärt Bonneau. Dazu gehöre eben auch, die Kleiderordnung zu beachten. „Dem muss ich mich als Gast fügen, egal ob mir das persönlich gefällt”, bestätigt Meyden. „Wer die geforderte Kleidung nicht besitzt, muss sie kaufen, leihen - oder daheim bleiben.”

Wichtiger als die Größe des Geschenks sind die Gedanken, die Gäste sich gemacht haben. „Und der größte Fauxpas ist, sich zu überlegen, was das Festessen kostet und entsprechend per Geschenk zu bezahlen”, findet Bonneau. Das müsse nicht bedeuten, dass Bares als Geschenk ausscheidet. „Aber stecken Sie nicht lieblos einen Schein in einen Umschlag.” Mit ein bisschen Fantasie lassen sich auch Finanzspritzen hübsch verpacken.

Noch eine goldene Regel für Paar und Gäste: Selbst wenn das Brautpaar die Feier um Mitternacht verlässt, um etwa in die Flitterwochen abzureisen, sollte sich das Fest nicht schlagartig auflösen. Bei guter Planung ist zuvor jemand bestimmt worden, der ab diesem Zeitpunkt die Regie im Namen der Gastgeber übernimmt. Vorher allerdings gebieten es Anstand und Höflichkeit, sich von den Brautleuten verabschiedet und vor allem bei ihnen bedankt zu haben - schließlich durfte man den wichtigsten Tag ihres Lebens mit ihnen verbringen.

Tipps für den Bräutigam

Männer dürfen ihre Rolle bei den Vorbereitungen ihrer Hochzeit nicht unterschätzen. Neben Anzug und Krawatte und möglicherweise um das Hochzeitsauto kümmert sich der Bräutigam traditionell um den Hochzeitsstrauß. „Besprechen Sie aber Farbe und Blumenwahl zuvor mit Ihrer Zukünftigen”, rät die Hochzeitsexpertin und Autorin Alexandra Dionisio aus Berlin. Schließlich soll alles zu Deko und Kleid passen.

Dieses sollte, wie die ganze Erscheinung der Braut, am Hochzeitstag ausgiebigst vom Bräutigam gewürdigt und bewundert werden. „Das erwartet jede Frau von ihrem Mann.” Weitere Pflichten des Ehemanns sind eine gut vorbereitete Tischrede und der Hochzeitstanz. Selbst Tanzmuffel sollten ihn klaglos über sich ergehen lassen.

Ein Trick, um die Situation unbeschadet zu überstehen: Der Angetrauten tief in die Augen schauen und ihr zärtlich etwas in Ohr flüstern, verrät Dionisio: „Dann wird jeder Zuschauer hingerissen sein, und keiner merkt, wenn Sie Ihrer Liebsten ab und zu auf den Zeh treten.”

Literatur: Alexandra Dionisio: Pink Brides Handbuch für unsere perfekte Hochzeit. GU-Verlag, ISBN: 978-3-8338-0984-2, 24,90 Euro.<7i>
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