Teenager bei Liebeskummer durch Zuhören unterstützen

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Teenager bei Liebeskummer durch Zuhören unterstützen

Von: dapd
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Der erste Liebeskummer stürzt Jugendliche oft in ihre erste große Krise. Tagelang fließen Tränen, werden Tagebuchseiten vollgekritzelt und Fotos zerrissen.

„Viele Eltern fühlen in dieser Situation sehr stark mit ihrem Kind mit - sie erinnern sich an den eigenen ersten Liebeskummer und daran, wie furchtbar der war”, sagt Elisabeth Raffauf, Autorin des Ratgebers „Pubertät heute”.

Doch auch Müttern und Vätern stünden nur begrenzte Mittel gegen gebrochene Herzen zur Verfügung. „Das Wichtigste ist, für sein Kind da zu sein und seine Gefühle ernst zu nehmen”, sagt Raffauf. Wenn Jugendliche mit ihren Eltern über ihren Kummer sprechen, sei das ein großer Vertrauensbeweis. „Auf keinen Fall sollte man diese Situation durch abfällige Kommentare zerstören”, betont die Diplom-Psychologin aus Köln.

Oft helfe es Jugendlichen, wenn man ihnen von seinen eigenen Liebeskummer-Erfahrungen erzählt. „Man kann auch an Prominente erinnern, die eine Trennung erlebt haben - und inzwischen wieder glücklich verliebt sind”, sagt Raffauf. Zudem sollte man versuchen, das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken. „Sprüche wie Ach, der hat Dich doch gar nicht verdient tun in solchen Situationen manchmal gut”, sagt Raffauf. Gut sei auch, den Teenager abzulenken, beispielsweise durch gemeinsame Ausflüge.

Falls man merkt, dass der Jugendliche sich seinen Eltern gegenüber nicht öffnen mag, kann man ihm auch Alternativangebote machen. „Eine Möglichkeit ist, ihm Kontaktadressen von Organisationen geben, wo es Hilfe bekommt - beispielsweise von der Nummer gegen Kummer, der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung oder der Telefonseelsorge”, sagt Raffauf. Manchmal falle es Teenagern aber auch einfach leichter, mit einer anderen erwachsenen Bezugsperson aus dem Umfeld über ihren Kummer zu sprechen. „Das ist völlig normal und Eltern sollten deshalb nicht beleidigt reagieren”, betont Raffauf.

Manchmal wird solch ein Herzschmerz allerdings dramatisch, und der Teenager versinkt immer mehr in seiner Trauer. „In so einer Situation sollte man unbedingt versuchen, das Kind zu Aktivitäten zu motivieren und mit ihm rauszugehen, beispielsweise ins Grüne zu fahren”, sagt Elisabeth Raffauf. Habe man die Sorge, der Jugendliche könne sich gar etwas antun, sollte man unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Weiterführende Informationen: Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer”: 0800/1110333 (kostenfrei), Online-Beratung unter nummergegenkummer.de Online-Jugendberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung: bke-beratung.de Telefonseelsorge: Erreichbar unter den Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 (kostenfrei)
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