Berlin - Stresssymptome bei Schülern: Genau nach Ursachen suchen

Stresssymptome bei Schülern: Genau nach Ursachen suchen

Von: dpa
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Berlin. Wenn Schüler unter Stresssymptomen leiden, sollten Eltern sehr gründlich nach den Ursachen forschen. Gründe für Kopfschmerzen, Einschlafprobleme, Gereiztheit oder Bauchschmerzen könnten eine Überforderung in Schule oder Freizeit, aber auch Mobbing oder ein schlechtes Klassenklima sein.

Das erklärte Stefan Drewes, Leiter der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen in Berlin, dem dpa-Themendienst.

Laut einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage der Universität Lüneburg und der Krankenkasse DAK leidet jeder dritte Schüler in Deutschland unter regelmäßigen Stresssymptomen. Besonders häufig seien Mädchen betroffen: 38,2 Prozent der Schülerinnen berichteten von solchen Problemen, bei den Jungen waren es 21,3 Prozent. Befragt wurden 4482 Schülerinnen und Schüler aus Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen sowie Gymnasien.

Die Umfrage ergab auch, dass die psychosomatischen Probleme offenbar eng mit einem schlechten Klassenklima zusammenhängen. In entsprechenden Klassen war der Anteil der Schüler mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Treten Stresssymptome bei einem Kind auf, wenden sich Eltern am besten erstmal an die Lehrer, empfahl Drewes. Fühlen sie sich dort nicht ernst genommen oder tut der Lehrer nichts, sollten sie sich mit anderen Müttern und Vätern austauschen und die Frage „Geht es anderen Schülern ähnlich?” klären.

Ist das der Fall, könnten sich die Eltern an die Schulleitung oder die Elternbeiräte wenden. Dabei sollten sie Drewes zufolge versuchen, gemeinsam mit der Schule und nicht gegen sie eine Lösung zu finden. Sonst könnten die Probleme noch zunehmen. „Oft wollen Kinder in solchen Situationen gar nicht, dass sich ihre Eltern massiv einmischen.”

Leidet nur das eigene Kind unter Schlafstörungen und anderen Stresssymptomen, ist er möglicherweise überfordert - entweder durch die Schule, durch familiäre Konflikte oder ein eng getaktetes Freizeitprogramm. „Dann muss man ganz anders vorgehen”, sagte Drewes. Wichtig ist vor allem zu klären, wie das Kind entlastet werden kann.

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