Dresden - Sorgen um erwachsene Kinder: Eigenständigen Lebensstil akzeptieren

Sorgen um erwachsene Kinder: Eigenständigen Lebensstil akzeptieren

Von: ddp
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Dresden. Auch erwachsene Kinder können ihren Eltern noch schlaflose Nächte bereiten. Wenn beispielsweise der Sohn von einer katastrophalen Beziehung in die nächste schlittert oder die Tochter sich in ihrem Job völlig verausgabt, machen sich Mütter und Väter oft Sorgen.

„Für Eltern bleiben Kinder immer Kinder - egal, wie alt sie sind”, sagt Professor Matthias Kliegel vom Institut für Entwicklungspsychologie an der Technischen Universität Dresden. Diese fürsorglichen Gefühle ein Leben lang seien natürlich, und man sollte sie sich auch nicht verbieten.

Gleichzeitig müssten Eltern aber auch versuchen zu akzeptieren, dass ihr Kind nun ein selbstbestimmtes Leben lebt. „Die Eltern können zwar immer noch ihre Meinung äußern, Ratschläge geben und ihre Hilfe anbieten - aber nur auf Basis einer erwachsenen Freundschaft”, sagt Kliegel. Sie hätten kein priviligiertes Recht, sich einzumischen. Dass man unter dieser Situation leidet und sich Sorgen macht, könne man seinem Kind aber durchaus mitteilen. „Möglicherweise lässt sich dann auch gemeinsam ein Weg finden, damit besser umzugehen”, sagt der Psychologe.

Entscheidet sich das Kind jedoch gegen den Willen seiner Eltern, sollten diese das akzeptieren. „Man muss sich ganz deutlich machen: Mein Kind ist erwachsen, ich bin nicht mehr verantwortlich”, sagt Kliegel. Die Schuld bei sich selbst und der elterlichen Erziehung zu suchen, sei müßig. „Die Erziehung bildet zwar den Rahmen für die Entwicklung einer Person - aber irgendwann ist jeder erwachsen und trifft seine eigenen Entscheidungen”, sagt Kliegel.

Auch ein Blick in die eigene Vergangenheit helfe Eltern manchmal, mit der Situation umzugehen. „Vielleicht erinnert man sich noch daran, dass die eigenen Eltern oft auch nicht einverstanden waren mit den Lebensentscheidungen ihres Kindes, und dass trotzdem alles gut gegangen ist”, sagt Kliegel.
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