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Sind eineiige Zwillinge wirklich gleich?

Von: ddp
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Doppeltes Lottchen? Eineiige Zwillinge haben zwangsläufig den selben Vater, zweieiige dagegen nicht. Foto: ddp

Braunschweig. Schmale Nase, blonde Haare, die gleichen Segelohren - bei eineiigen Zwillingen scheint auf den ersten Blick alles gleich zu sein.

Die Erbanlagen eines Menschen bestimmen, wie wir aussehen. Doch wie ist das bei Begabungen, Intelligenz oder Temperament? Wie sehr ist der Charakter das Produkt unserer Gene?

Genau dieser Frage gehen Zwilllingsforscher nach, denn die gleichen Erbanlagen der Zwillinge ermöglichen ihnen einen freieren Blick auf den Einfluss anderer Faktoren. Wer eineiige Zwillinge kennt, weiß: Ihre Persönlichkeit unterscheidet sich oft deutlich. Was ist also Veranlagung und was Umwelteinfluss?

„Man geht heute davon aus, dass an jeder persönlichen Eigenschaft sowohl die Umwelt, als auch die Veranlagung beteiligt ist”, sagt die Zwillingsforscherin Meike Watzlawik von der TU Braunschweig. Neueste Studien gehen von einem etwa gleichwertigen Einfluss aus.

Das lässt sich an Zwillingen sehr schön feststellen: „Je nachdem, was für persönliche Erfahrungen auf die grundlegende Veranlagung treffen, bildet sich ein Charakterzug aus.” Enttäuschte Liebe oder eine feste Beziehung von Jugend an - das führt auch bei eineiigen Zwillingen zu unterschiedlichem Bindungsverhalten und unterschiedlichen Grundeinstellungen.

Aber nicht nur persönliche Erfahrungen beeinflussen uns, die Umwelt wirkt sich auch noch auf einer anderen Ebene aus - Epigenetik heißt das Stichwort. „Das ist eine ganz neue Forschungsrichtung, die gezeigt hat, dass bestimmte Erbanlagen im Körper an- oder abgeschaltet werden können”, erklärt Watzlawik.

Nicht nur die Genabfolge, sondern individuelle Faktoren und der Lebensstil bestimmen die Umsetzung dieser Information. Die Art und Weise, wie die Gene im Körper abgelesen werden, kann sich dadurch während des Lebens verändern und damit auch die Eigenschaften eines Menschen.

Das kann auch die Unterschiede zwischen eineiigen Zwillingen verstärken. „Welchen Anteil dieses System bei der Charakterbildung hat, lässt sich allerdings schwer von anderen Einflüssen trennen”, so Watzlawik. Unter dem Strich steht aber auf jeden Fall fest: Wir sind kein simples Produkt einer Gensequenz - es gibt keine zwei gleichen Menschen auf dieser Welt.
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