Düsseldorf - Schon Kinder haben Angst vor Arbeitslosigkeit

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Schon Kinder haben Angst vor Arbeitslosigkeit

Von: Martin Teigeler
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Düsseldorf. Schon Kinder haben laut einer neuen Befragung Angst vor Arbeitslosigkeit. Mehr als drei Viertel der Kinder erwarteten aber „für sich persönlich ein gutes oder sehr gutes Leben”, sagte Jugendminister Armin Laschet (CDU) am Montag in Düsseldorf bei der Vorstellung des „LBS-Kinderbarometers”.

Demnach bereiten die Sorge um die Umwelt, Arbeitslosigkeit, Terror oder Krieg auch den 9- bis 14-jährigen Kindern Ängste. SPD und Grüne im Landtag forderten politische Konsequenzen und mehr Kinderrechte per Gesetz. „Die wirtschaftliche Drucksituation ist für die Kinder real spürbar geworden”, sagte Dieter Greese vom Deutschen Kinderschutzbund in NRW. Da der Rückgang unabhängig vom beruflichen Status der Eltern sei, könne von einer ge­nerellen Belastung quer durch alle Familien- und Erwerbsformen ge­sprochen werden.

Erfreulich ist laut Greese, dass die Kinder, obwohl sie die gesellschaftlichen Per­spektiven insgesamt eher skeptisch beurteilen, mit großer Zuversicht auf ihr späteres Leben blicken. 28 Prozent der Kinder glauben für sich persönlich an eine „sehr gute”, weitere 58 Prozent an eine „gute” Zukunft. Ihre Erwartungen für die Zukunft aller Menschen in Deutschland sehen die Kinder hingegen deutlich negativer als ihre persönlichen Per­spektiven.

Das sogenannte LBS-Kinderbarometer Nordrhein-Westfalen wird jährlich seit 1997 im Auftrag der LBS-Initiative „Junge Familie” von dem ProKids-Institut für Sozialforschung der PROSOZ Herten GmbH ermittelt. Ziel der Studie ist es, Kinder als Experten für ihre eigene Lebenswelt zu befra­gen und ihnen so eine Stimme zu verleihen.

Für die neue Studie wurden im Frühjahr 2007 insgesamt 2121 Kinder der vierten bis siebten Klassen aus 93 nordrhein-westfälischen Schulen befragt. Weltbewegende Ereignisse wie die Terroranschläge des 11. September 2001 oder der Afghanistan-Krieg erschüttern demnach das Wohlbefinden der Kin­der.

Arbeitslosigkeit wird als eines der schwerwiegendsten Probleme unserer Gesellschaft wahrgenommen. Auch die Umwelt ist demnach in den Fokus gerückt: Die Angst vor Umweltzerstörung und Klimawandel spielte vor einem Jahrzehnt noch keine Rolle, rangiert aber heute auf Platz 2 der Zukunftsängste. Die SPD forderte die Landesregierung auf, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. „Wir müssen Kinder stärker als Träger von eigenen Rechten, Ansprüchen und Meinungen wahrnehmen.

Das LBS-Kinderbarometer zeigt jetzt schon seit zehn Jahren, dass Kinder sehr gut in der Lage sind, ihre eigene Situation einzuschätzen. Kinderrechte sollten ausdrücklich in die Verfassung aufgenommen werden”, erklärte die SPD-Familienexpertin Britta Altenkamp. Auch die Grünen regten politische Konsequenzen an.

„Wir haben es mit einer zunehmenden Kinderarmut zu tun. Hier kann die Politik nicht weiter tatenlos zusehen und muss handeln, wenn materielle Not mehr und mehr bei den Kindern ankommt”, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Asch. „Deshalb brauchen wir eine eigenständige und bedarfsgerechte Grundsicherung für alle Kinder.”
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