Männedorf - Schokopudding und Hühnersuppe als Medizin gegen Liebeskummer

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Schokopudding und Hühnersuppe als Medizin gegen Liebeskummer

Von: Tina Eichmüller, ddp
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Essen gegen Kummer und Frust
Zweifarbige Zucchetti-Tomaten-Pfanne: Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Aber falls die große Leidenschaft mal zu Ende geht, können selbstgemachte Köstlichkeiten auch helfen, traurige Herzen zu trösten. Dass das Prinzip Genuss gegen Krisen eigentlich in allen schwierigen Situationen die richtige Medizin ist, davon ist Marianne Weissberg, Autorin des Kochbuchs „Schokoladenpudding für die Seele” überzeugt. Foto: ddp

Männedorf. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Aber falls die große Leidenschaft mal zu Ende geht, können selbstgemachte Köstlichkeiten auch helfen, traurige Herzen zu trösten.

Dass das Prinzip „Genuss gegen Krisen” eigentlich in allen schwierigen Situationen die richtige Medizin ist, davon ist Marianne Weissberg überzeugt. „Was gibt es Schöneres als ein zufriedenes, sattes Baby? Nach diesem Urzustand sehnen wir uns eigentlich das ganze Leben zurück”, sagt die Autorin des Kochbuchs „Schokoladenpudding für die Seele” (Faro). Dabei betont Weissenberg, dass nicht etwa fades Junkfood das Seelenkostüm repariert, sondern Hausgemachtes, das mit Liebe und Lust eingekauft, gekocht und aufgetragen wird.

„Wir leiden heutzutage fast unter Dauerkrisen. Die einen plagen finanzielle Nöte, andere haben Herzschmerz oder sind permanent gestresst im Job”, sagt die Autorin. Als sie selbst in einer schwierigen Situation, ohne Job und vom Partner verlassen war, habe sich ihre kleine Küche als „kulinarischer Kraftort” entpuppt. „Hier konnte ich rühren, hacken, brutzeln und kreativ sein”, erzählt Weissberg.

Beim wem welches Gericht die Stimmung hebt, ist ganz individuell. „Oft sind es Speisen aus Kindheitstagen, bei mir zum Beispiel klebrige Karamellbonbons oder frisches Brot mit lauwarmer Aprikosenmarmelade”, sagt Weissberg.

Bei der jährlichen Schnupfenkrise helfe ihr eine dampfende Hühnersuppe nach Hausrezept. Die wohligsten Erinnerungen löse warmer Schokoladenpudding aus - die „Anti-Diätwaffe” der Autorin aus Teenagerzeiten. „Auch heute versetzen mich das Blubbern und der Duft beim Schokoladenpudding-Kochen augenblicklich in meine persönliche Komfortzone”, sagt Weissberg. In uns allen steckten solch tröstende Erinnerungen, die man einfach in sich aufsteigen lassen und nachkochen solle. „Wenn das Ergebnis nicht so perfekt wird, macht es auch nichts - es gibt schließlich keine Küchenpolizei.”

Zu den persönlichen „Anti-Frust-Klassikern” der Autorin gehört beispielsweise ein saftiger Auflauf, je nach Gusto mit Nudeln oder Kartoffeln, dessen Rezept noch aus ihren WG-Zeiten stammt. „Bei Konto-Tiefen kann ich meinen Existenzialistinnen-Toast mit Apfelmus empfehlen, auch bekannt als Arme Ritter”, sagt Weissberg. Dazu brauche es nur Brot, Milch, Eier, Zucker, Zimt und ein paar Äpfel - und im Handumdrehen ziehe ein zimtig-süßer Duft durch die Küche. „Bei meinem Heile-Welt-Hackbraten mit Kartoffelstampf und viel Soße wirkt schon die Zubereitung wie eine Therapie”, berichtet die Autorin.

Ein klassischer Seelentröster sei auch dampfende Pasta, zum Beispiel mit cremigem Gorgonzola oder leuchtend roter Tomatensoße. „Dazu noch eine Flasche Chianti, und die Tränen nach einem Liebes-Aus per SMS sind fürs Erste getrocknet”, sagt Marianne Weissberg. Die Pasta schmecke übrigens - im Gegensatz zu mancher Liebelei - auch aufgewärmt noch.

Kulinarisches Krisenmanagement sei für jeden geeignet - entweder bekoche man seinen Partner, Verwandte oder Freunde mit deren oder auch mit seinen eigenen Krisenlieblingsgerichten. Oder man tue sich als Single einfach selbst etwas Gutes. „Es ist toll, selber zu entscheiden, was und wann man kocht”, betont Weissberg, die selber seit einiger Zeit Single ist. Sie liebe es zum Beispiel, im Bett ihr „knallscharfes” Chili con Carne zu löffeln und dazu ungestört ihre Lieblings-Serie zu genießen.

„Mittlerweile veranstalte ich sogar Krisen-Küchenpartys, zu denen alle ihre kulinarischen Krisenhelfer mitbringen und eigene Krisengeschichten erzählen”, sagt Weissberg. Grundsätzlich wolle sie ihre Gäste und Leser auch mit einem Augenzwinkern zum Lachen verführen - und sie (wieder) glücklich sehen.
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