Radarfallen Blitzen Freisteller

Schlimme Kriegserlebnisse können auch im Alter noch quälen

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Konstanz. Der grausame Weltkrieg hat das Leben vieler Menschen tief geprägt. Manchen gelang es, die schrecklichen Erlebnisse aus Kriegstagen über die Jahrzehnte zu verdrängen. Doch im Alter merken sie plötzlich, dass es da doch noch Dinge gibt, die sie belasten.

„In den Jahren nach dem Krieg konnten viele Betroffene ihre Traumata kompensieren, da sie hart für den Wiederaufbau schufteten”, erklärt Dr. Kerstin Schneider, Ärztin für Psychotherapie aus Konstanz. Diese Erfahrungen hätten zum einen das Selbstwertgefühl gestützt, zum anderen hätten sie für Ablenkung gesorgt.

Mit zunehmendem Alter lasse jedoch oft die Kraft nach. Die Leute arbeiteten weniger und hätten mehr Ruhe und Zeit. In dieser Lebensphase könnten sich traumatische Erinnerungen daher plötzlich wieder verstärkt in den Vordergrund drängen.

Doch nicht immer ist Betroffenen klar, dass sie es mit einem Kriegstrauma zu tun haben. „Es kann sein, dass nur manchmal kurze Erinnerungsbruchstücke aufflackern, die man gar nicht mit den Erlebnissen von damals verbindet”, erklärt Schneider. Die Erinnerungen könnten in Form von Bildern oder Geräuschen auftauchen, aber auch Gefühle aus damaligen Situationen könnten wieder spürbar werden.

„Manche Betroffene bekommen dann plötzlich Herzrasen und Panik, andere fühlen sich orientierungslos”, beschreibt Schneider die Symptome. Eine typische Spätfolge belastender Kriegserlebnisse sei auch, dass sich jemand nicht mehr aus dem Haus traue, weil er die diffuse Angst habe, draußen könne ihm etwas passieren.

Um ein Kriegstrauma zu bewältigen, empfiehlt Schneider Betroffenen, unbedingt die professionelle Hilfe eines Psychologen oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Manchmal helfe es schon, endlich mit jemandem über die Dinge zu sprechen, die man lange Zeit verschlossen hielt.

„Die Konfrontation mit traumatischen Erlebnissen kann aber auch sehr belastend sein und unter Umständen sogar zu einer Verschlimmerung der Symptome führen”, warnt Schneider. Im Einzelfall müsse daher sehr genau geprüft werden, welche Form der Therapie für den Betroffenen die Richtige ist.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert