Praktische Hilfe zur altersgerechten Umgestaltung der Wohnung

Von: Katja Fischer
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Berlin. Im Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben - das wünschen sich die meisten Deutschen. Doch die Wohnungen sind in der Regel nicht für ältere und behinderte Bewohner ausgestattet.

Lediglich eine halbe Millionen Wohnungen gelten als barrierearm. Gebraucht werden nach Schätzungen des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe bis 2020 weitere zweieinhalb Millionen altersgerechte Wohnungen. „Spätestens, wenn Probleme auftreten und man nicht mehr allein aus der Badewanne kommt oder das Schlafzimmer in der oberen Etage nur schwer erreicht wird, muss etwas geschehen”, sagt Erika Küllchen, Wohnberaterin bei der Beratungsstelle für Wohnraumanpassung wohn mobil der PariSozial Köln gGmbH. Sie ermuntert ältere Menschen, professionellen Rat zu suchen und ihr Heim altersgerecht umbauen zu lassen. Die Wohnberatung ist kostenlos und wird bundesweit angeboten. Adressen sind bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung unter wohnungsanpassung-bag.de abrufbar.

Schwachstellen und Stolperfallen erkennen

Die Wohnberatungsangebote sind in Deutschland sehr unterschiedlich ausgestaltet und verteilt, so die BAG Wohnungsanpassung. In Nordrhein-Westfalen gebe es beispielsweise ein recht gut ausgebautes Netz von Beratungsstellen, in Hamburg und Bremen existieren zentrale, mit Ausstellungsräumen gekoppelte Beratungsstellen. Im Saarland, in Berlin, Rheinland-Pfalz und Bayern sind die Wohnberatungsstellen in der Regel in allgemeine Beratungsangebote für ältere Menschen integriert, vereinzelt ist das auch in Schleswig-Holstein der Fall. In Hessen, Bayern und Niedersachsen bieten „Fachstellen für Wohnberatung” Informations- und Schulungsarbeit zur Wohnberatung, so dass hier immer mehr Beratungsangebote, zumeist bei kommunalen Trägern, entstehen. In Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen gibt es Wohnberatungsangebote, die mit ehrenamtlichen Kräften arbeiten. Weitgehend weiße Flecken sind mit wenigen Ausnahmen die östlichen Bundesländer.

Die Wohnberater schauen sich in der Wohnung der Betroffenen um und erkennen meist schon auf den ersten Blick Schwachstellen und Stolperfallen. „Schwerpunkte sind der Eingangsbereich und das Bad”, erklärt die Kölner Beraterin Küllchen. „Im Flur müssen oft kleine Teppiche entfernt werden, weil sie wegrutschen und zu Stürzen führen können. Auch querliegende Kabel sind eine Gefahr. Schränkchen behindern das Durchkommen mit einem Rollstuhl.” Im Bad wird meist die Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzt. Außerdem werden eine behindertengerecht erhöhte Toilette und ein unterfahrbarer Waschtisch angebracht. Nicht selten sind Stütz- und Haltegriffe in der ganzen Wohnung nötig.

Zuschüsse sind möglich

Solche Anpassungsmaßnahmen müssen nicht unbedingt teuer sein, informiert der Bauherren-Schutzbund (BSB). Häufig sei noch nicht einmal ein großer baulicher Aufwand notwendig. Am wichtigsten sei es, durch das Entfernen von Möbeln Bewegungsfläche zu schaffen. Außerdem sollten rutschfeste Bodenbelege verlegt und Türschwellen beseitigt werden. Gute Beleuchtung ist unerlässlich, besonders dort, wo Hindernisse oder Stufen zu überwinden sind. Am besten sind Leuchten mit eingebautem Bewegungsmelder, die das Suchen nach dem Schalter überflüssig machen und sich auch selbst abschalten.

Die Wohnberatung zum altersgerechten Wohnen können Eigenheimbesitzer und Mieter gleichermaßen in Anspruch nehmen. „Mieter müssen aber beachten, dass der Vermieter möglichen Umbaumaßnahmen zustimmen muss”, sagt Küllchen.

Die altersgerechte Wohnungsanpassung muss nach dem Wegfall des KfW-Förderprogramms „Altersgerecht umbauen” zum Jahresende 2011 weitgehend von den Bewohnern selbst finanziert werden. Zuschüsse gibt es unter Umständen von Kranken- und Pflegekassen, der Sozialhilfe oder aus Förderprogrammen der Kommunen und Länder. Alle Anträge müssen vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden, sonst sind sie nicht wirksam.
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