Polizei gibt wichtige Tipps für den Kauf von Kinderfahrrädern

Polizei gibt wichtige Tipps für den Kauf von Kinderfahrrädern

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<b>Stadt und Kreis Aachen.</b> Jedes zweite Kinderfahrrad ist nicht ok. Entweder hat es Mängel, es fehlen wichtige Teile, oder die Größe passt nicht. Die Verkehrssicherheitsberater der Aachener Polizei haben dies bei ihrer Arbeit an Grund- und weiterführenden Schulen festgestellt.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt ganz genau vor, wie ein verkehrstaugliches Fahrrad auszusehen hat. Es gibt aber auch entscheidende Faktoren, die nicht in der Straßenverkehrsordnung stehen und auch in kaum einem Fahrradprospekt zu finden sind.

Das Fahrrad muss passen. Gerade bei Kindern, die in manchen Situationen auf einen Schlag Regeln und Technik gleichzeitig beherrschen müssen. Und bereits beim Kauf kann man Vieles falsch machen.

Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass Fahrräder oftmals fernab jeder Zweckmäßigkeit gekauft werden. Vor dem Kauf sollte man sich im Klaren sein, welchen Zweck das Rad erfüllen soll. Benutze das Kind es täglich? Fährt es damit zur Schule? Fährt es damit wirklich ins Gelände? Hier einige Tipps.

Die richtige Fahrradgröße

So gilt zunächst einmal, die richtige Fahrradgröße für das Kind zu ermitteln. Die Polizei plädiert, das Kind beim Fahrradkauf mitzunehmen. Es muss probesitzen und vor allem, probefahren.

Ein schlimmer Fehler ist, das Rad zu groß zu kaufen. Viele kaufen ein Fahrrad auf Zuwachs, das heißt, das Rad soll dem wachsenden Kind über Jahre verbunden bleiben. Das ist grundsätzlich nicht falsch aber sollte in einem gesunden Verhältnis stehen. Es gibt kein Fahrrad, das ein Kind vom Grundschulalter bis ins Erwachsenenalter gefahrlos benutzen kann.

Deshalb gilt beim Zuwachskauf die Regel: Sattel herunter schieben. Drauf setzen. Im Stand sollte nun jeweils der Vorderfuß - und nicht die Zehenspitzen - einen sicheren Stand geben. Bei Jungen sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Querstange nicht zum Hindernis wird. Zum Sattel hin abflachende Querstangen sind von Vorteil, erleichtern das sichere Auf- und Absteigen.

Bremsen/Schaltung

Schaltung und Bremsen sind voneinander abhängig. Bei Kindern im Grundschulalter und auch in den ersten zwei Jahren auf weiterführenden Schulen haben sich Rücktrittbremsen bewährt. Sie sind deshalb für Kinder sicher, weil bei plötzlichem Bremsen die Hände den Lenker sicher halten und nicht mit den doch kleinen Fingern die Bremsgriffe gezogen werden müssen. Darüber hinaus kennen Rücktrittbremsen keine Witterung. Auch bei Nässe haben sie ihre volle Wirkung.

In den ersten Jahren reichen drei, fünf oder sieben Gänge vollkommen aus. Darüber hinaus gibt es die Kettenschaltung. Sie hat zum Teil wesentlich mehr Gänge. Aber, und das ist von großer Bedeutung, keine Rücktrittbremse. Die Handbremsen für Vorder- und Hinterrad sind getrennt voneinander am Lenker. Oftmals, so die Verkehrssicherheitsberater, sind die Kinder gerade in Gefahrensituationen mit diesem Bremssystem überfordert. Besser: Weniger Gänge, dafür sichere Rücktrittbremse.

Ganz wichtig: Beim Kauf sollte überprüft werden, dass die Hände die Bremshebel überhaupt sicher umfassen. Ob die Bremshebel richtig gezogen werden können. Bevor es auf die Straße geht, sollte beim Umstieg von Rücktritt auf Kettenschaltung unbedingt vorher geübt werden.

Beleuchtung

Die Straßenverkehrsordnung ist eindeutig und schreibt einen Dynamo am Fahrrad vor. Mittlerweile gibt es Nabendynamos, die weniger laut sind, weniger Reibung erzeugen und eine gehörige Portion Mehr an Licht geben. Batteriebetriebene Lampen dürfen nur zusätzlich angebracht werden.

Nabendynamos haben den Vorteil, dass das Licht stets dabei und funktionstüchtig ist. Keine Aufladen, kein Aufstecken, keinen Batteriewechsel.

Farbe

„Hell fällt auf!” gilt auch für Fahrräder. Helle Rahmen werden besser, vor allem früher erkannt.

Helm

Helm ist Pflicht. Eine Einheit sind Helm und Fahrrad, wenn sie beim Neukauf farblich aufeinander abgestimmt werden. Ein heller Helm auf dem Kopf hat Signalwirkung und bedeutet ein Plus an Sicherheit. Weitere Beratung gibt es im guten Fachhandel.

Fahrradkauf im Internet

Ist das Modell, das man im Internet bestellt, nicht genau bekannt, kauft man eine Katze im Sack. Während Erwachsene viele Unzulänglichkeiten ausmerzen können, sollte man das seinen Kindern nicht zumuten. Haltungsschäden sind programmiert.


Das muss ein Fahrrad laut Straßenverkehrsordnung haben:

- Eine Vorderrad- und eine Hinterradbremse.
- Eine fest installierte elektrische Beleuchtung, die mit einem Dynamo verbunden ist, und die nach vorne weißes und nach hinten rotes Licht abstrahlt. In die Beleuchtungskörper können die erforderlichen Reflektoren integriert werden.
- Einen nach vorn gerichteten weißen und ein nach hinten gerichteten roten Reflektor.
- Einen großflächigen roten Zusatz-Rückstrahler.
- Pro Rad zwei gelbe Speichenreflektoren, die in gegenüberliegenden Positionen montiert sind oder weiße, rückstrahlende Streifen an den Reifen oder den Speichen der Räder.
- Pedale, die nach vorn und hinten mit gelben Reflektoren versehen sind.
- Eine hell tönende Klingel, (keine Radlaufglocke)

Zusätzliche Sicherheits- und Schutzeinrichtungen wie Speichen- oder Kettenschutz oder eine elektrische Lichtanlage, die auch im Stand funktioniert, sind erlaubt!

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