Hamburg - Patchworkfamilien sollten in Ruhe zusammenwachsen dürfen

Patchworkfamilien sollten in Ruhe zusammenwachsen dürfen

Von: ddp
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Hamburg. Wenn Alleinerziehende einen neuen Partner mit nach Hause bringen, sind deren Kinder oft wenig begeistert. Die Gründe für die Ablehnung des Familienzuwachses können vielfältig sein.

„Manchmal liegt ein Loyalitätskonflikt zugrunde. Das Kind glaubt, dass es seinen leiblichen Elternteil automatisch verliert, wenn es den neuen Partner akzeptiert”, erklärt Thorsten Spreckelsen, Diplom-Psychologe aus Hamburg.

Manchmal hätten die Erwachsenen aber auch zu schnell versucht, in neue Familienrollen oder gar Elternrollen hineinzuschlüpfen. „Jeder in der Patchworkfamilie braucht Zeit, um die neue Situation zu verarbeiten und zu verstehen”, sagt Spreckelsen. Am Anfang sollte sich die Partnerschaft daher möglichst außerhalb der Familie abspielen. Erst nach und nach könne der neue Partner dann auch damit beginnen, eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen.

Habe ein Kind Schwierigkeiten, den neuen Partner zu akzeptieren, sollten die Erwachsenen ihm Zeit geben. „Wichtig ist, dass der neue Partner sich erst einmal zurückhält und sich nicht noch zusätzlich aufdrängt, um die Beziehung zu verbessern”, sagt Spreckelsen.

Um die Verletzungen zu verarbeiten, die durch die Zurückweisung entstehen können, sollten Betroffene darüber miteinander sprechen, Freunde oder auch einen Psychotherapeuten zu Rate ziehen. „Die Kinder sollte man diese Emotionen aber nicht spüren lassen”, sagt Spreckelsen und rät, ihnen gegenüber trotz der vorher erfahrenen Zurückweisung offen zu sein und auf sie einzugehen, wenn sie von sich aus mit Fragen auf einen zukommen.

„Der Elternteil-Partner sollte mit seinen Kindern auch offen sprechen und ihnen die Trennung und die neue Situation erklären”, sagt Spreckelsen. Diesem Partner komme die Aufgabe zu, sowohl mit den Kindern als auch mit dem Partner zu reden und die Haltung des Gegenübers zu erklären.
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