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Nicht nur der Steuer wegen: Hochzeit wie „Münte” im Dezember

Von: dpa
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Münster/Köln/Detmold. Ex-SPD-Chef Franz Müntefering tut es und mit ihm tausende Paare auch: Heiraten im Dezember. Steuervorteile dürften der Hauptgrund für die hohe Zahl der Hochzeiten zum Jahresende sein.

Das klingt zwar nach Mantel statt schulterfreiem Brautkleid und nach Ehe-Ringen, die verhüllt in Handschuhen stecken. Aber davon lassen sich viele Paare nicht abschrecken, um den Bund der Ehe im letzten Monat des Jahres zu schließen. Allerdings machen viele Standesämter auch noch andere Beweggründe aus, ergab eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist der Monat des Weihnachtszaubers, alles ist festlich geschmückt, die Atmosphäre gefühlvoll und heimelig - das finden einige Paare schöner als den Wonnemonat Mai”, sagt etwa die Leiterin des Standesamtes Münster, Monika Hochwald. Die Paare mit dem echten Faible fürs winterliche Ja-Wort hätten oft schon im Sommer den Termin gebucht.

Diejenigen, die wegen der Steuervorteile zum Standesamt kommen, erkenne man an der reichlich kurzfristigen Anmeldung, hieß es in Münster. Hintergrund ist, dass bei einer bis 31.12. geschlossenen Ehe Steuervorteile für das gesamte Jahr greifen, wenn sich etwa die Steuerklassen bei unterschiedlicher Einkommenshöhe ändern.

Düsseldorf zum Beispiel sieht sich derzeit mit vielen Anfragen aus dem Umland konfrontiert, weil die Termine in den umliegenden kleineren Städten vielfach schon dicht sind. Der Dezember sei „mit Abstand” der Hauptmonat für Eheschließungen, berichtet Michael Bergmann vom Presseamt.

Im Kölner Rathaus sieht man aber auch die zusätzlichen freien Tage über Weihnachten und Silvester als Grund für Eheschließungen im Dezember: „Eine gute Gelegenheit, mit Familie und Freuden zusammen zu kommen”, meint die Leiterin des Standesamtes der Domstadt, Angelika Barg. Und: „Winter-Bräute machen ja auch etwas her, so mit Stola und Jäckchen.”

Was die aus Herne stammende Michelle Schumann (29) tragen wird, wenn sie am 12. Dezember dem früheren SPD-Vorsitzenden „Münte” (69) das Ja-Wort gibt, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall ist die standesamtliche Trauung in der früheren Essener Zeche Zollverein geplant - im engsten Freundes- und Familienkreis, eine kirchliche Trauung soll es nicht geben.

Anfang Oktober zog Müntefering, der am 16. Januar 70 Jahre wird, in die Wohnung seiner Freundin in Berlin. Für Müntefering ist es die dritte Hochzeit. Seine Ehefrau Ankepetra, mit der er seit 1995 verheiratet war, erlag im Juni vergangenen Jahres einem Krebsleiden.

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