Nägelkauen bei Kindern am besten einfach ignorieren

Von: ddp
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<b>Lauffen. </B>Jedes dritte Kind kaut Schätzungen zufolge an seinen Fingernägeln. Das Ergebnis sieht zwar nicht schön aus, die Angewohnheit an sich ist jedoch grundsätzlich erst einmal kein Grund zur Sorge.

Im Gegenteil: „Je mehr die Eltern auf das Kind einwirken und je intensiver sie sich um die angeknabberten Nägel kümmern, desto interessanter wird das Kauen für die Kleinen”, erläutert Michael Mühlschlegel, Kinder- und Jugendarzt in Lauffen am Neckar und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Baden-Württemberg.

Sein Tipp lautet daher: Das Kauen möglichst ignorieren. Lediglich dann, wenn es überhandnimmt, sollte man die Hand des Kindes wortlos aus dem Mund nehmen.

Bei älteren Kindern kann man zudem Alternativen zum Kauen anbieten, wie beispielsweise Kaugummis. Die Empfehlung, mit den Kindern intensiv über das Problem zu reden und nach den Gründen zu fragen, hält Mühlschlegel dagegen für überbewertet: „Meist passiert das Kauen unbewusst und die Kinder wissen selbst nicht, warum sie eigentlich knabbern”, erläutert er.

Auch die handelsüblichen Tinkturen, die den Nägeln einen bitteren Geschmack verleihen, seien meist vergebene Liebesmüh: „Kinder sind da hart im Nehmen. Wenn es bitter schmeckt, dann schmeckt es eben zweimal bitter und danach ist alles wieder wie vorher.”

In den allermeisten Fällen verliert sich die Angewohnheit mit der Pubertät von alleine. Sollte das nicht passieren, ist es immer noch Zeit, mit Hilfe eines Psychotherapeuten oder eines Kinderpsychologen nach den versteckten Gründen zu forschen.
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