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Nach oben per Lift: Treppen leichter überwinden

Von: Angelika Röpcke, dpa
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Wer sich für einen Treppenlift entscheidet, sollte sich beraten lassen und Angebote vergleichen. Es gibt auch maßgeschneiderte Lifts. Foto: dpa

Düsseldorf/Würzburg. Treppen sollen verbinden. Wer aber seine Beine nur noch unter Schmerzen heben kann oder gar im Rollstuhl sitzt, für den stellen Treppen ein schier unüberwindliches Hindernis dar. Anbieter von Treppenliften versprechen Hilfe. Günstig ist das nicht: Treppenlifte sind in der Regel Einzelanfertigungen und können schnell so teuer wie ein Kleinwagen werden.

„Ein Großteil der älteren Menschen hat Probleme, Treppen zu steigen”, sagt Elisabeth Mertens von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Gelenkkrankheiten nehmen im Alter zu, damit sinkt die Beweglichkeit.

Aber auch jüngere Menschen sind etwa nach Unfällen nicht mehr in der Lage, Stufen zu steigen. Selbstständig und mobil wollen die meisten aber bleiben.

Bei der Auswahl des Treppenlifts gilt es allein wegen der vielen unterschiedlichen Modelle etliches zu beachten. „Für Fußgänger reicht ein Sitzlift”, erklärt Mertens. An der Treppe wird in diesem Fall ein Fahrgestell mit Sitz angebaut.

Nach oben oder unten geht es mit Hilfe eines Schienensystems. Rollstuhlfahrer haben die Möglichkeit, sich eine Plattform anbringen zu lassen - insofern das Treppenhaus breit genug ist. Die Lifte gibt es auch mit einer Stehfläche. Bedient werden sie elektrisch per Knopfdruck.

Vor der Entscheidung für einen Lift sollten sich Verbraucher bei der Wohnungsberatungsstelle ihrer Stadt informieren. Die Experten haben einen guten Überblick über die Treppenlift-Firmen der Region und können auch beim Thema Geld weiterhelfen.

„Pauschal sagt man, ein Treppenlift kostet pro Etage 10.000 Euro”, erläutert Sozialpädagogin Ina Semmel von der Wohnberatungsstelle Würzburg. Je aufwendiger der Einbau, desto teurer wird es. Gewendelte Treppen können problematisch sein. Da ist Maßanfertigung nötig.

Von den Pflegekassen gibt es für Betroffene Unterstützung. Wer eine Pflegestufe hat, bekommt laut Semmel bis zu 2557 Euro Zuschuss. In Bayern gibt es zudem die Möglichkeit, ein zins- und tilgungsfreies Darlehen zu erhalten.

„Das geht bis zu einer Höhe von 10.000 Euro”, erklärt Semmel. Das Geld müsse nicht zurückgezahlt werden, es sei als Zuschuss zu verstehen. Auch andere Bundesländer haben spezielle Förderprogramme.

Weil nur Baumaßnahmen unterstützt werden dürfen, die noch nicht begonnen haben, warnt die Sozialpädagogin vor übereilten Bestellungen. „Es ist notwendig, Kostenvoranschläge einzuholen.”

Dann muss die Bewilligung abgewartet werden, bevor man einem Anbieter den Auftrag für den Bau eines Treppenlifts erteilt. Niemals gleich unterschreiben, erst Angebote einholen, lautet daher ihre Devise.

Ein guter Treppenlift muss so installiert sein, dass ein sicheres Ein- und Aussteigen und eine unbedenkliche Fahrt möglich sind. Vor dem Kauf ist deshalb Probefahren angesagt.

Der Lift sollte ein TÜV- oder das CE-Zeichen tragen, sagt Frank Ehlert vom TÜV Rheinland in Köln. „Wir empfehlen eine Abnahmeprüfung von unabhängigen Prüfern.”

Gut sichtbar muss sein, mit wie vielen Kilogramm Gewicht der Lift genutzt werden darf. Beine und Füße müssen ausreichend Platz haben, herunterklappbare Armlehnen oder Gurte sollten auf Wunsch mitgeliefert werden.

„Wenn der Lift für einen Menschen mit Demenz gedacht ist, kann der auch mal rausfallen”, warnt Mertens. Nicht jeder Lift passt zu jeder körperlichen Einschränkungen. Sonderwünsche sollte der Anbieter daher erfüllen, dazu gehörten zum Beispiel auch auswechselbare Sitzbezüge.

Ganz wichtig sind Notknopf und Kindersicherung, sagt Ehlert. So kann sich keiner verletzen. Gute Lifte haben Sensoren, die Quetschungen vermeiden. Grundsätzlich gilt: Vor der ersten Fahrt sollte jeder die Sicherheitsvorkehrungen kennen, also die Bremsen und den Notknopf.

Ein seriöser Treppenlift-Anbieter arbeitet mit einem Notdienst zusammen, der bei Bedarf sofort zur Stelle ist. Das sollte beim Kauf vereinbart werden.

Treppenlifte müssen nicht zwingend gekauft werden. Es gibt Leihgeräte. Die werden von den Anbietern für den gewünschten Zeitraum gegen Gebühr verliehen, die Anschaffungskosten entfallen somit.

Wer Geld sparen will, kann sich auch im Internet umschauen. Laut TÜV Rheinland werden dort gebrauchte Treppenlifte angeboten. Um die Einbaukosten kommt man aber nicht herum.

Rampen als Alternative

Treppenlifte können nicht überall angebracht werden. Gerade bei wenigen Stufen vor einem Haus ohne Geländer gibt es Probleme. Rampen könnten eine Alternative sein, sagt Ina Semmel von der Wohnberatungsstelle Würzburg.

Sie dürfen aber nicht zu steil sein, das Gefälle sollte nicht mehr als sechs Prozent betragen. Rampen brauchen zugleich Platz. Sollen 20 Höhen-Zentimeter überwunden werden, müsse eine sichere Rampe mehr als drei Meter lang sein.
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