Monster unter dem Kinderbett mit Leckereien friedlich stimmen

Von: dapd
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Saarbrücken. Viele Kinder gruseln sich nachts vor Monstern und anderen Fantasiewesen. Sie fürchten, die Bösewichte könnten unter dem Bett, im Schrank oder im Papierkorb auf sie lauern.

„Diese Ängste sind sehr typisch für Kleinkinder ab 18 Monaten”, weiß Dorothee Lappehsen-Lengler, Leiterin der Lebensberatungsstelle Saarbrücken. Denn in diesem Alter seien Kinder schon in der Lage, sich Dinge vorzustellen, die sie nicht sehen können. Allerdings fehle ihnen noch der Realitätssinn, um unwahrscheinliche Bedrohungen als solche zu erkennen.

„Es bringt nichts, gemeinsam unter dem Bett nachzuschauen. Das Kind argumentiert dann einfach, das Monster habe sich unsichtbar gemacht”, sagt die Diplom-Psychologin. Um Kindern die Angst vor Fantasiewesen zu nehmen, müsse man sich vielmehr ihren festen Glauben an Zauberei zunutze machen.

„Eine bewährte Anti-Monster-Strategie ist, dass sich das Kind mit gefährlichen Gegen-Monstern umgibt”, sagt Lappehsen-Lengler. Das könne beispielsweise der Stofflöwe sein, dem man jeden Abend den Auftrag erteilt, gut auf das Kind aufzupassen. „Auch ein besonderes Zauberpflaster, das man ans Bett oder an die Zimmertür klebt, hält die Monster auf Abstand”, sagt die Koautorin des Ratgebers „Liebevoll und kompetent: Die Erziehungsbasics für Eltern”.

Eine weitere Strategie sei, sich das Untier zum Freund zu machen, indem man es mit Leckereien füttert. „Man kann abends beispielsweise gemeinsam mit dem Kind einen Teller mit Bauklötzen vor die Tür stellen - diese Leibspeise stimmt das Monster friedlich”, sagt Dorothee Lappehsen-Lengler.

Heilsam für die kindliche Monster-Angst sei außerdem, sich in die Nähe von Schutzmächten zu begeben, an die sich die Fantasiewesen nicht herantrauen. „Wenn im Bett von Mama und Papa noch Platz ist, kann man seinem Kind ruhig erlauben, hier Schutz zu suchen”, sagt Lappehsen-Lengler. Die Grusel-Phase sei meistens auch nicht von langer Dauer: „Im Alter von vier, fünf Jahren lassen diese Ängste nach”, sagt die Expertin.
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