Mehr Kinder in Deutschland, weniger in NRW

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Geburtenentwicklung mit Aufwärtstrend
Blick in das skeptische und nachdenklich blickende Gesicht des sieben Monate alten Fritz, aufgenommen am 28.9.2008 in Aachen. In Deutschland sind in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nach einem Zeitungsbericht fast 20.000 Babys mehr auf die Welt gekommen als im Vergleichszeitraum 2009. Das entspreche einem Plus von 3,6 Prozent berichtet die „Süddeutsche Zeitung” (Mittwoch). Sie beruft sich allerdings auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die das vierte Quartal noch nicht erfassen. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Zahl der Geburten in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 stark gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen zwischen Januar und September insgesamt etwa 510.000 Kinder zur Welt, wie die „Süddeutsche Zeitung” (Mittwochausgabe) berichtet.

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 492.000 Kinder. Das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent. Ein derart großer Zuwachs sei im gesamten letzten Jahrzehnt nicht feststellbar gewesen.

Der Geburtenzuwachs, den die Daten signalisieren, sei erstaunlich, weil die Zahl der potenziellen Mütter seit langem kontinuierlich sinkt, schreibt die Zeitung. Jedes Jahr gehörten etwa 300.000 Frauen weniger zur Gruppe der 15- bis 45-Jährigen, die aufgrund ihres Alters überhaupt Kinder bekommen können.

Geburtenzahl in NRW auf historischem Tiefstand

Die Zahl der Neugeborenen hat 2009 in Nordrhein-Westfalen erneut einen Tiefstand erreicht. Die Zahlen für 2010 liegen hier noch nicht vor. Nur 145.000 Babys kamen im vergangenen Jahr (2009) im bevölkerungsreichsten Bundesland auf die Welt. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1000 Babys mehr. Außerdem sind die Mütter zum Zeitpunkt der Geburt deutlich älter als früher, teilte das Statistische Landesamt auf dpa-Anfrage in Düsseldorf mit.

So hat sich der Anteil der Mütter, die ihr Kind im Alter von 40 Jahren oder älter zur Welt brachten, in nicht einmal zwei Jahrzehnten mehr als verdreifacht - von 1,2 auf 4,2 Prozent. 6200 Kinder wurden im vergangenen Jahr in NRW von mindestens 40 Jahre alten Müttern geboren - 1991 waren es 2400 und damit noch nicht einmal halb so viele. In Bonn sind die meisten alten Mütter zu finden: Dort waren 6,6 Prozent über 40 Jahre alt. In Oberhausen und im Kreis Olpe betrug ihr Anteil nur 2,5 Prozent.

76.600 Mütter - und damit mehr als die Hälfte - waren bei der Geburt ihrer Kinder mindestens 30 Jahre alt. Vor 20 Jahren lag ihr Anteil noch bei einem Drittel. Die Statistiker fanden zudem heraus, dass die meisten Mütter dieser Altersgruppe in der Landeshauptstadt zu finden sind: Fast zwei Drittel der Mütter in Düsseldorf waren bei der Geburt mindestens 30 Jahre alt. In Hagen und Gelsenkirchen sind die Mütter deutlich jünger: Nur 42 Prozent sind dort 30 oder älter gewesen, als sie in den Kreißsaal kamen.

Unverändert ist der Anteil der minderjährigen Mütter in Nordrhein- Westfalen geblieben: Er liegt seit 1991 bei knapp einem Prozent. 2009 gab es 1200 Geburten in dieser Altersgruppe. Die meisten minderjährigen Mütter wurden in Mönchengladbach mit 1,7 Prozent und in Wuppertal (1,6) registriert. In Bonn, Leverkusen und im Kreis Höxter gab es dagegen kaum Frauen, die bei der Geburt ihrer Kinder minderjährig waren. Hier kam diese Gruppe nur auf 0,3 Prozent.
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