Wiesbaden - Mehr Jugendliche bringen sich selbst um

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Mehr Jugendliche bringen sich selbst um

Von: dpa
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Wiesbaden. Die Zahl der Selbstmorde bei Jugendlichen ist nach Jahren des Rückgangs wieder gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, hatte sich 2008 mehr als jeder siebte gestorbene Jugendliche in Deutschland selbst das Leben genommen.

Insgesamt starben 1325 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, 210 von ihnen töteten sich selbst. Zudem brachten sich 17 Kinder unter 15 Jahren um (2007: 24 Suizide).

In den Jahren zuvor war die Zahl der Selbstmorde noch gesunken. Hatten sich 1999 noch 286 Jugendliche ab 15 Jahren selbst getötet, waren es im Jahr 2007 dann 196.

„Viele Kinder haben Zukunftsängste”, sagte der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Ulrich Müller aus dem hessischen Fulda am Freitag. „Es hat den Anschein, dass es eine Krise nach der anderen gibt.” Das mache die Zukunft für sie unabwägbar und kaum noch kalkulierbar.

Außerdem fehle es den Jugendlichen an Spielräumen, weil ihre Freizeit wegen des größeren Drucks in der Schule immer kürzer werde. Gerade in den Städten gebe es immer weniger Räume, in denen Kinder ohne Einschränkungen spielen und entdecken könnten, sagte Müller, der im Vorstand der Landeskammer der hessischen Psychologen arbeitet.

Insgesamt sterben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich weniger Kinder und Jugendliche als noch vor gut zehn Jahren. Seit 1999 ging diese Zahl um knapp 40 Prozent zurück. Die größte Gefahr für die Jungen und Mädchen bleibt die Straße: Fast jeder vierte Todesfall zwischen 1 und 19 Jahren war auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen.

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