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Leicht und handlich: Werkzeuge passen auch in zarte Frauenhände

Von: Franziska Fiedler, dpa
Letzte Aktualisierung:
Leicht und handlich: Werkzeuge passen auch in zarte Frauenhände
Frauen greifen immer öfter selbst zum Werkzeug. Foto: dpa

Köln. Heimwerken ist längst keine Männer-Domäne mehr. Ergebnisse der Marktforschung und ausgebuchte Do-it-Yourself-Kurse zeigen: Selbst ist die Frau.

„Es gibt immer mehr weibliche Kursteilnehmer. Und zwar nicht nur in den Frauenkursen. Auch sonst ist das Verhältnis Frau zu Mann etwa 40 zu 60”, sagt Evelyn Steinbach von der Do It Yourself (DIY) Academy in Köln. Der größte Unterschied sei, dass Frauen mit mehr Bedacht an die Arbeit gehen, Männer dagegen sofort alles ausprobieren wollen.

Ähnlich verhält es sich beim Werkzeugkauf. „Frauen kommen normalerweise mit einem Vorwissen in den Baumarkt. Sie informieren sich im Vorfeld oft ganz genau”, erklärt Steinbach. Zudem denken die weiblichen Kunden mehr an die Sicherheit. Haben sie einmal die Scheu verloren, merken Frauen schnell: Bohrmaschine und Co. sind leichter und kleiner als gedacht. „Einen Akku-Schrauber besitzen mittlerweile viele Frauen. Im eigenen Haus wird dadurch immer mehr selbst gemacht.”

Firmen wie Bosch in Stuttgart haben das Kaufpotenzial ihrer weiblichen Kunden erkannt. Die Marktforschung des Unternehmens hat ergeben, dass die Zielgruppe der Einsteiger immer größer werde. Frauen machen etwa die Hälfte der Klientel aus. Dank einer speziellen Technik sind die Geräte in den letzten Jahren kleiner und leiser geworden. Kabel sind passé, Akkus ermöglichen auch auf einer Leiter oder über Kopf zu arbeiten. Meist genügt ein Knopfdruck und die Maschine läuft.

Das Design der Geräte bleibt eher schlicht. Zwar sind vor allem die Griffe ergonomischer geworden, rosa Bohrmaschinen allerdings finden sich in den Baumärkten selten bis gar nicht. „Von speziellen Frauenheimwerkzeugen aus dem Internet ist übrigens dringend abzuraten. Das ist meist Billigware aus China”, sagt Steinbach.

Ulrich Rettberg von der Firma Meister-Werkzeuge in Wuppertal rät: „Man sollte unbedingt auf entsprechende Prüfzeichen achten. Entweder vom TÜV oder von der Versuchs- und Prüfanstalt (VPA).” Zwar seien diese Geräte meist teurer, aber auch hochwertiger.

Zum Einstieg empfiehlt Rettberg neben elektronischen Geräten auch ein Werkzeug-Set. „Neben Schraubendreher und Hammer sind oft auch schon Polprüfer und verschiedene Zangen enthalten.” Wie diese Werkzeuge richtig eingesetzt werden, erklären Informations-Broschüren im Fachbaumarkt. „Da kann man unter anderem lernen, wie eine Duschkabine montiert wird.”

Wenn die Duschkabine noch eine Nummer zu groß ist, können Heimwerkerseminare die Grundlagen erklären. Friedemann Gucker gibt solche Kurse für die Bearbeitung von Holz. In seinem Werkhaus in Kernen bei Stuttgart begrüßt auch er immer mehr Frauen. „Einige Kurse sind sogar nur von Frauen belegt”, sagt der Schreinermeister. Auch Gucker beobachtet, dass Frauen mehr auf die Sicherheit achten. „Sie hören besser zu und wollen alles richtig machen. Gerade wenn sie ein Gerät noch nicht kennen.”

Für die meisten Arbeiten sei der Akku-Schrauber unverzichtbar. „Wer viel mit Holz arbeiten will, sollte sich auch eine Stichsäge und Schleifgeräte anschaffen.” Informationen sind leicht im Internet zu bekommen: auf diversen Heimwerker-Plattformen oder in Foren. Auch einige Zeitschriften haben sich darauf spezialisiert, den Lesern beim Heimwerken unter die Arme zu greifen.

Einige Arbeiten können Frauen auch ohne Anleitung besser, sagt Evelyn Steinbach: „Vor allem im Dekorationsbereich können Frauen punkten. Sie haben ein besonderes Gefühl für Form und Farbe und ein Händchen für das richtige Ambiente.” Mörtel- und Schweißarbeiten bleiben dagegen meist noch Männersache. „Oder sie machen es eben zusammen!”
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