Kindern Wertschätzung und Rücksicht beibringen

Von: dapd
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Benimmregeln
Beim Thema Umgangsformen scheiden sich die Erziehungsstile. Die einen finden es nicht schlimm, wenn ihr Nachwuchs das „Danke” meistens verbummelt. Foto: dapd

Berlin. Beim Thema Umgangsformen scheiden sich die Erziehungsstile. Die einen finden es nicht schlimm, wenn ihr Nachwuchs das „Danke” meistens verbummelt.

Andere wachen streng darüber, dass ihre Kinder stets höflich und zuvorkommend sind. „Das Entscheidende ist, dass man Kindern Wertschätzung und Rücksicht beibringt”, findet Nandine Meyden, Autorin des Ratgebers „Jedes Kind kann sich benehmen”.

Wenn solche Grundlagen nicht von Anfang an dazugehören, müssten sie später im Leben mühevoll erlernt werden. „Eltern sollten ihren Kindern diese Werte daher mit Liebe näherbringen”, sagt die Berliner Etikette-Expertin. Dazu gehöre unter anderem die Regel, dass man mit geliehenen Dingen sorgsam umgeht und sie rechtzeitig zurückgibt.

Auch, dass man die Sachen anderer Leute nicht einfach wegnimmt, sollte der Nachwuchs früh lernen. „Wichtig ist auch, dass Kindern klar ist, dass sie nicht selbstverständlich alles bekommen, was sie haben möchten”, sagt Meyden. Zudem sollten „Bitte” und „Danke” von Anfang an zum Wortschatz der Kleinen gehören.

Konsequenzen begreifbar machen

Kinder hätten oft noch kein Gespür dafür, wie sich ihre Handlungen auf andere auswirken. Eltern hätten daher die Aufgabe, ihnen eine Rückmeldung auf ihr Verhalten zu geben und dessen Konsequenzen begreifbar zu machen. Wichtig sei, nicht einfach nur zu sagen „Das macht man nicht.” Stattdessen könne man dem Nachwuchs beispielsweise erklären, dass der Satz „Das Essen ist eklig!” den Koch verletzt.

„Man kann das Kind in dieser Situation fragen, wie es sich fühlen würde, wenn es mit viel Mühe ein Bild malt und ein anderer dann sagt: Das ist aber hässlich!” Dass man zu Omas Geburtstag nicht in zerrissenen Jeans auftauchen sollte, könne man damit verdeutlichen, dass das Kind bei seiner Prinzessinnen-Feier ja auch nicht möchte, dass ein Gast in seiner Reitstallkluft auftaucht. So lernten die Kleinen, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen.

Bei der Durchsetzung von Benimmregeln sollten Eltern allerdings nicht allzu streng sein. „Man sollte Kinder nie vor anderen bloßstellen”, betont Meyden. Weigere sich der Spross beispielsweise, sich an der Wursttheke für die geschenkte Salamischeibe zu bedanken, sollten Eltern das Bedanken erst einmal in Vertretung übernehmen.

„Später kann man dann mit dem Kind über die Situation reden, ohne es dafür zu schimpfen”, sagt die Expertin. Wenn man das nächste Mal mit gemeinsam einkaufen gehe, könne man auch noch einmal an die Unterhaltung erinnern, um das Kind auf die Situation vorzubereiten. „Wichtig ist außerdem, Kindern eine positive Rückmeldung geben, wenn sie sich richtig verhalten haben”, betont Meyden.
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