Kinder können das Warten lernen, doch Eltern müssen Ärger aushalten

Von: ddp
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Kinder entwickeln oft eigene Strategien, wenn es nicht nach ihrem Willen geht. Da heißt es für Eltern: stark bleiben. Foto: ddp

Berlin. Warten ist für Kinder eine Qual. Anstatt ihre kostbare Zeit mit der langweiligen Warterei zu vergeuden, quengeln sie einfach so lange, bis sie bekommen, was sie wollen. „Kinder müssen erst begreifen, dass manche Dinge im Leben nicht so laufen, wie man es gerne hätte”

Das erklärt Sybille Herold, Autorin von „300 Fragen zur Erziehung”.

Man sollte ihnen daher die Gelegenheit geben, Geduld zu erlernen. „Manche Eltern denken, Kinder müssten immer lachen und fröhlich sein. Aber man muss auch aushalten können, wenn sich ein Kind mal ärgert”, sagt die Kindertherapeutin aus Berlin. Nur wenn Kinder sich aufregen dürften, könnten sie eigene Mechanismen entwickeln, um sich wieder zu beruhigen.

In Situationen, in denen Kindern der Geduldsfaden reiße, sollten Eltern sie daher nicht immer sofort ablenken oder gar einfach auf ihre Forderungen eingehen. „Man sollte dem Kind allerdings vermitteln, dass seine Wut in Ordnung ist und dass man ihm zutraut, sich selbst wieder zu beruhigen.”

Das Warten auf bestimmte Dinge kann man mit den Kleinen auch gezielt üben. „Man kann beispielsweise vereinbaren, dass das Kind nun fünf Minuten wartet. Wenn es diese Zeit ohne Quengeln aushält, bekommt es anschließend ein paar Gummibärchen”, schlägt Herold vor. Die Zeitspanne könne man dann Schritt für Schritt immer mehr verlängern und das Kind für jeden kleinen Erfolg deutlich loben.

„Kindergartenkindern, die noch keine Vorstellung von Zeit haben, hilft es, wenn sie zum Warten etwas zum Kucken in die Hand bekommen”, sagt Herold. Man könne beispielsweise einen Kurzzeitwecker stellen und sagen: „Der klingelt in zehn Minuten, dann lese ich Dir vor.” Später könne man das Kind immer wieder daran erinnern, dass es doch dieselbe Wartezeit schon einmal ausgehalten habe und dass es das schon gut könne.
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