Jugendliche durch Alternativangebote von falschen Freunden beeinflusst

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Braunschweig. Jugendliche lassen sich durch Gleichaltrige stark beeinflussen. Wird in ihrem Freundeskreis gekifft, geprügelt oder mit extremistischen Parolen geprahlt, haben Eltern daher oft Sorge um ihren Nachwuchs.

„Um sein Kind vor negativen Einflüssen aus der Clique zu schützen, ist es notwendig, ihm so viel Aufklärung wie möglich anzubieten”, sagt Frank Hofmann, Leiter der Erziehungsberatungsstelle am Domplatz in Braunschweig.

Neben Filmen und Gesprächen in Beratungsstellen könne dafür auch die Hilfe der Lehrer in Anspruch genommen werden. „Man kann in der Schule darum bitten, dass dieses spezielle Thema demnächst im Unterricht diskutiert wird”, sagt Hofmann. So würden die Informationen direkt an den Teenager herangetragen.

„Auch andere Jugendliche sind hier ein gutes Korrektiv”, sagt der Diplom-Psychologe. Eltern könnten versuchen, dies zu nutzen und ihr Kind mit anderen Kreisen in Kontakt zu bringen - beispielsweise im Verein oder durch politisches Engagement. „Man kann dem Jugendlichen hier Angebote machen oder ihn ermuntern, selbst nach Alternativen für seine Freizeitgestaltung zu suchen.”

Ein Kontaktverbot sollte nicht die erste Reaktion sein. Hofmann empfiehlt, seinem Kind erst einmal zuzuhören und zu versuchen, sich ein Bild von den Leuten zu machen, mit denen es sich umgibt. „Falls aber all das nichts hilft, würde ich meinem Kind auch durchaus verbieten, sich mit diesen Leuten zu treffen”, betont der Erziehungsberater. Schließlich hätten Eltern die Aufgabe, ihr Kind zu beschützen.

Oft suchten Menschen, die in extremistische Organisationen hineinrutschten, eigentlich Halt und Vorbilder. „Möglicherweise können Eltern dafür sorgen, ihrem Kind diesen Halt zumindest jetzt wieder zu bieten”, sagt Hofmann.

Wenn Eltern völlig den Kontakt verlieren, gebe es meistens auch schon vorher Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung. Eine Erziehungsberatungsstelle kann in solchen Fällen unter Umständen helfen, das Gespräch zwischen Eltern und Kindern wieder aufleben zu lassen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert