Weimar - Hautpflege unter der Windel: Puder ist überflüssig

Hautpflege unter der Windel: Puder ist überflüssig

Von: dpa
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Weimar. Babyhaut muss im Windelbereich nicht mit Puder gepflegt werden. Dazu reichen feuchtigkeitsbindende Pasten, zum Beispiel mit Zink. Sie halten die Haut ebenso trocken und beugen Entzündungen vor.

„Puder sollten Eltern sicherheitshalber gar nicht verwenden, da das Einatmen des Puders bei Babys und kleinen Kindern zu Atembeeinträchtigungen, Lungenentzündungen und schweren Lungenschäden führen kann”, warnt Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen.

Dazu braucht die Mutter nur versehentlich Puder in der Nähe des Gesichts ihres Kindes zu verstreuen oder das Baby nach der geöffneten Dose zu greifen. Für die schmalen und kleinen Atemwege der Kinder reichen relativ kleine Mengen Staub, um ihre Funktion zu beeinträchtigen. Auch alle anderen Arten von feinen Stäuben, zum Beispiel Stärkepulver, das früher als Ersatz für Babypuder benutzt wurde, können bei kleinen Kindern zu Erstickungsanfällen führen.

„Das Tückische an einer sogenannten Puder-Aspiration ist, dass die Beschwerden nach den ersten Hustenanfällen wieder verschwinden, um dann nach acht bis 24 Stunden verstärkt aufzutreten”, erläutert Niehaus. „Denn der Puder quillt in den Bronchien auf und verengt die Atemwege. Es kann sich eine chronische Lungenentzündung entwickeln”. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat kürzlich aufgrund eines aktuellen Falls sowie Vorkommnissen in der Vergangenheit vor dem Gebrauch von talkumhaltigem Babypuder gewarnt. Talkum dient in der Medizin und in der Kosmetik als Pudergrundlage.

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