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Geschwisterstreit ist oft Ausdruck von Neid

Von: ddp
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Geschwisterzimmer
Harmonie im Kinderzimmer: Damit sich Geschwister nicht zu sehr ins Gehege kommen, muss es neben gemeinsamen Flächen auch Rückzugsecken für jeden geben. Foto: dpa

Neuss. Wenn Geschwister sich zoffen und zanken, sollten Eltern sich Urteile verkneifen. „Vater und Mutter müssen bei solchen Streitereien versuchen, unparteiisch zwischen den Streithähnen zu vermitteln„, sagt Erziehungsexperte Albert Wunsch aus Neuss.

Keinesfalls sollten sie sich auf die Seite eines der Kinder schlagen. ”Der andere fühlt sich dann nämlich falsch verstanden und ungerecht behandelt”, erläutert er. Die Kluft zwischen den Geschwistern drohe in diesem Fall nur noch größer zu werden. Meist sei das ältere Kind sprachlich gewandter als das jüngere, so dass es ihm gelinge, Situationen und Vorfälle zu seinen Gunsten darzustellen, sagt Wunsch.

Eltern müssten die eigentliche Ursache für Rivalitäten im Blick behalten. „Nur oberflächlich geht es darum, wer mit welchem Spielzeug spielen darf”, erläutert Wunsch: „Mit dem Streit will ein Kind eigentlich die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich ziehen, weil es sich gegenüber dem Bruder, der Schwester vernachlässigt fühlt.” Meist sei es der Ältere, der sich „entthront” vorkomme, weil er nicht mehr alleine der Mittelpunkt des familiären Geschehens sei.

Wunsch rät Eltern, sich regelmäßig Zeiten freizuhalten, in denen sie sich gezielt jedem ihrer Kinder einzeln widmen: „Es ist für jedes Kind wichtig, zu spüren, dass es als Individuum wahrgenommen wird.” Nachrangig sei dabei, dass jedes Kind ein gleiches Zeitkonto erhalte. „Selbstverständlich nehmen die Kleineren mehr Zeit in Anspruch”, sagt er.

Diese Zeiten spricht man nach Möglichkeit rechtzeitig ab. „Wenn Eltern sich dem einen widmen, sollte der andere bereits wissen, dass die Aufmerksamkeit anschließend ihm gilt”, sagt Wunsch.

Vermeiden sollten Eltern nach Wunschs Ansicht sprachliche Bekenntnisse wie zum Beispiel „Wir haben Euch beide doch gleich lieb”. „Denn das emotionale Erleben eines Kindes, vernachlässigt zu werden, lässt sich nicht mit rationalen Argumenten wegputzen”, sagt Wunsch. Der alltägliche Umgang sei viel aussagekräftiger. Daher empfiehlt er: „Nehmen Sie ihr Kind auf den Schoß, berühren oder umarmen Sie es.”
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