Gegen gestörte Sprachentwicklung spielerisch angehen

Von: dpa
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Berlin. Sprachspiele bieten Eltern eine gute Möglichkeit, Vorschulkinder mit einer Sprachentwicklungsstörung zu fördern.

Bei „Stille Post” etwa erleben die Kinder in entspanntem Rahmen, zu welchen Fehlern es beim Sprechen und Hören kommen kann, erläutert der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) in Berlin. Zudem können sie dabei das genaue Hören und Sprechen üben. Auch Kinderlieder sind eine spielerische Möglichkeit, mit Sprache umzugehen.

Betroffenen Kindern fällt es oft schwer, Laute zu formen oder sich überhaupt auszudrücken. Sie haben wenig Freude am Sprechen und verhalten sich still. Eltern sollten daher ihr Kind häufig ansprechen und in ihre Tätigkeiten einbeziehen - zum Beispiel indem sie es beim Einkaufen oder Kochen Gegenstände benennen zu lassen, rät der BKJPP-Vorsitzende Maik Herberhold. Wichtig sei dabei eine klare Sprache mit kurzen, einfachen Sätzen, die den Fünf- bis Sechsjährigen als Orientierung beim eigenen Formulieren dienen kann.

Zurechtweisen sollten Eltern das Kind bei fehlerhafter Wortbildung oder falschem Satzaufbau nicht. Besser sei es, die Äußerung richtig zu wiederholen, empfiehlt der Psychiater. Entscheidend für eine erfolgreiche Sprachförderung sei, Freude am Sprechen und am Gespräch zu vermitteln.

Schätzungen zufolge sind mindestens zehn Prozent aller Vorschulkinder von einer behandlungsbedürftigen Sprachentwicklungsstörung betroffen. Das kann körperliche Ursachen wie Hörstörungen und fehlgebildete Sprechorgane haben oder auf den sozialen Umständen beruhen, in denen das Kind aufwächst.

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