London - Forscher bezweifeln Studie zu Einfluss von Müsli auf Baby-Geschlecht

Forscher bezweifeln Studie zu Einfluss von Müsli auf Baby-Geschlecht

Von: dpa
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Die Geburtenrate in Deutschland steigt.

London. US-Statistiker haben gravierende Zweifel an einer Studie angemeldet, derzufolge durch die kalorienbewusste Ernährung vieler Frauen in den Industrieländern immer weniger Jungen zur Welt kommen sollen.

Diese Beobachtung lasse sich als statistischer Zufall erklären, schreiben Stanley Young vom US-Institut für statistische Wissenschaften und Kollegen in den „Proceedings B” der britischen Royal Society (online vorab). Dort war im vergangenen April auch die nun kritisierte Untersuchung erschienen (Bd. 275, S. 1661).

Forscher der Universitäten Exeter und Oxford hatten darin das Essverhalten von 740 Frauen vor ihrer Schwangerschaft untersucht und waren zu dem Schluss gekommen, dass mit den Kalorien auch die Wahrscheinlichkeit auf einen Jungen steigt. Das gelte vor allem für ein Müsli zum Frühstück, schrieben Fiona Mathews und ihre Kollegen damals. Eine Erklärung für diesen möglichen Zusammenhang konnten sie allerdings nicht anbieten.

In der Studie sei in zwei Abschnitten jeweils der Verzehr von 132 verschiedenen Lebensmittel untersucht worden. Das bedeute 264 statistische Tests. Ohne Korrektur für diese Mehrfachtests seien dabei 13 falsch positive Ergebnisse zu erwarten. Genau dies sei in der kritisierten Arbeit geschehen, schreiben Young und Kollegen.

(Fachartikelnummern DOI: Young et al.: 10.1098/rspb.2008.1405; Mathews et al.: 10.1098/rspb.2008.0105)

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